Zusammen für André !

Klage gegen ZIS-Bericht - Behörde beruft sich auf "Meinungsfreiheit"

Als die jüngste ZIS-Statistik vor wenigen Wochen erschien, trauten manche ihren Augen nicht. Dort berichtete die nordrhein-westfälische Polizei über den Vorfall vom 19.11.2011 in Köln, als André vor einen einfahrenden Zug gestoßen wurde. Und als ob es in den vergangenen Monaten keine Diskussion über die unerlaubte Datenweitergabe seitens der Polizei und die mediale Verunglimpfung von André gegeben hätte, bezeichnete ihn die ZIS erneut als "Gewalttäter". Gegen diese Darstellung wurde durch den zuständigen RSH-Anwalt ein Antrag auf Erlass einer einstweiligen Verfügung gegen das Land Nordrhein-Westfalen als Rechtsträger der ZIS eingereicht.

In der mündlichen Verhandlung vor dem Landgericht Nürnberg-Fürth wollte sich das Land jedoch nicht darauf einlassen, den ZIS-Bericht zu ändern. Der zuständige Richter am Landgericht hatte zuvor klar gemacht, dass er den Antrag für begründet erachte. Die ZIS dürfe niemanden als "Gewalttäter" darstellen, wenn dieser keine Gewalttaten begangen habe. Und einen solchen Nachweis habe die ZIS nicht erbracht. Das müsse sie auch gar nicht, meinte die stellvertretende Leiterin der Zentralen Informationsstelle Sporteinsätze (ZIS) in der Verhandlung vor dem Landgericht kurz vor Weihnachten. Die Behörde berief sich vielmehr auf Meinungsfreiheit. Der Vorfall sei so wichtig, dass es legitim sei, darüber in der Art und Weise zu berichten, wie es die Behörde für angemessen erachte. Die Behörde selbst geht nicht davon aus, dass André im Vorfeld des Ereignisses an einer gewalttätigen Auseinandersetzung beteiligt war.

14.000,-- Euro Fan-Spendengelder an André übergeben

 

Die große Solidarität unter Glubbfans hat es möglich gemacht, dass André insgesamt 14.000,-- Euro überreicht werden konnten.

Das Geld wurde zum größeren Teil von der Rot-Schwarzen Hilfe und vielen Helfern gesammelt (8.000,-- Euro).  6.000,-- Euro kamen von den Eintrittsgeldern der Fans aus dem Amateurspiel am 27.11.2011 dazu.

Wir bedanken uns bei allen die mitgeholfen haben, diesen Betrag zu sammeln.

 

 

 

Wer weiterhin Spenden will, kann auf unser Konto 382417488, Bankleitzahl 76020070 mit Verwendungszweck "Andre" überweisen.

Das Extra eingerichtete Spendenkonto bitte nicht mehr benutzen.

Danke.

Kripo Köln ermittelt gegen sich selbst: Und findet keine Täter

 

Kölner Staatsanwaltschaft: Anfangsverdacht eines strafbaren Verhaltens der Polizei

Der Fall unseres Mitglieds André zeigt immer deutlicher: Fußballfans sind eindeutig rechtswidrigem polizeilichen Verhalten machtlos ausgeliefert. Politisch wird dies offenbar gutgeheißen.

Zur Erinnerung: Am Abend des 19.11.2011 wurde André am Kölner Hauptbahnhof von einem Zug überrollt und schwer verletzt. Nur Stunden später meldete die Deutsche Presseagentur (dpa):

Laut einem internen Polizeibericht, der der Nachrichtenagentur dpa bekannt wurde, gingen dem Vorfall Auseinandersetzungen zwischen Fußball-Hooligans voraus. Sowohl das Opfer als auch der flüchtige mutmaßliche Täter seien als Hooligans bekannt. Das Opfer sei selbst als sogenannter "Gewalttäter Sport" bekannt und zur Personenkontrolle ausgeschrieben.

Diese Behauptung war falsch.

Illegale Informationsweitergabe an Journalisten nicht hinnehmbar

 

Die RSH ist im Fall André weiterhin mit Nachdruck aktiv. Andrés Anwalt hat mittlerweile die Ermittlungsakte der Kölner Staatsanwaltschaft erhalten. Er hat daraufhin beantragt, für André bereits im Ermittlungsverfahren als sogenannter Verletztenvertreter durch den zuständigen Ermittlungsrichter beigeordnet zu werden, da sich aus der Ermittlungsakte der Verdacht eines versuchten Tötungsdeliktes ergibt.

Mittlerweile hat der Deutsche Presserat aufgrund der Beschwerde des RSH-Anwalts gegen die Nürnberger Abendzeitung ein Beschwerdeverfahren eingeleitet. Die Beschwerdeschrift wurde an die Redaktion der Abendzeitung weitergeleitet. Diese wurde aufgefordert, dazu eine Stellungnahme abzugeben.

Unterdessen hat das Polizeipräsidium Köln geantwortet. Andrés Anwalt hatte den Polizeipräsidenten von Köln aufgefordert klarzustellen, die ursprüngliche Berichterstattung, dass André ein gewaltbereiter Hooligan sei, zu berichtigen und Auskunft zu erteilen, wer diese Behauptung gegenüber der Deutschen Presseagentur (dpa) aufgestellt habe. Das Polizeipräsidium teilte lapidar mit, dass eine solche Mitteilung an die Presse offiziell nicht erfolgt sei. Die dpa habe sich auf einen "internen" Bericht der Polizei berufen. Der Anwalt solle daher bei der dpa nachfragen, woher sie diesen Bericht habe.

Abendzeitung angezeigt – Beschwerde zum Presserat

 

Andrés RSH-Anwalt hat die Abendzeitung bei dem Deutschen Presserat angezeigt und eine Beschwerdeschrift eingereicht. Auf sechs Seiten begründet er, weshalb der Beitrag der Abendzeitung „Club-Fan verliert Arm bei Schlägerei“ vom 20.11.2011 in eklatanter Weise gegen den Pressekodex verstößt.

Nach Auffassung der Beschwerde verstößt der Abendzeitungs-Artikel gegen drei Gebote des Pressekodexes:

1. Das Gebot der sorgfältigen Recherche sei verletzt worden. Die Abendzeitung habe die – ohnehin nur von der Abendzeitung aufgestellte - Behauptung, André habe an einer Schlägerei teilgenommen und es sei ihm sein Hang zur Gewalt zum Verhängnis geworden, nicht auf ihren Wahrheitsgehalt geprüft.-

2. Die Abendzeitung verstoße gegen die Pflicht zum Verzicht auf Sensationsberichterstattung.

Die Darstellung des Vorfalles sei unangemessen sensationell. Sein Anwalt: „Durch die Berichterstattung wird das Opfer zum zweiten Mal zum Opfer. Es wird nämlich zu Unrecht als mitschuldig und gewalttätig dargestellt.“

Auch sei zu berücksichtigen, dass durch die reißerische Berichterstattung die Familie besonders belastet wird.

3. Auch liege ein Verstoß gegen die Pflichten bei der Berichterstattung über laufende Ermittlungsverfahren vor.