Zusammen für André !

Abendzeitung angezeigt – Beschwerde zum Presserat

 

Andrés RSH-Anwalt hat die Abendzeitung bei dem Deutschen Presserat angezeigt und eine Beschwerdeschrift eingereicht. Auf sechs Seiten begründet er, weshalb der Beitrag der Abendzeitung „Club-Fan verliert Arm bei Schlägerei“ vom 20.11.2011 in eklatanter Weise gegen den Pressekodex verstößt.

Nach Auffassung der Beschwerde verstößt der Abendzeitungs-Artikel gegen drei Gebote des Pressekodexes:

1. Das Gebot der sorgfältigen Recherche sei verletzt worden. Die Abendzeitung habe die – ohnehin nur von der Abendzeitung aufgestellte - Behauptung, André habe an einer Schlägerei teilgenommen und es sei ihm sein Hang zur Gewalt zum Verhängnis geworden, nicht auf ihren Wahrheitsgehalt geprüft.-

2. Die Abendzeitung verstoße gegen die Pflicht zum Verzicht auf Sensationsberichterstattung.

Die Darstellung des Vorfalles sei unangemessen sensationell. Sein Anwalt: „Durch die Berichterstattung wird das Opfer zum zweiten Mal zum Opfer. Es wird nämlich zu Unrecht als mitschuldig und gewalttätig dargestellt.“

Auch sei zu berücksichtigen, dass durch die reißerische Berichterstattung die Familie besonders belastet wird.

3. Auch liege ein Verstoß gegen die Pflichten bei der Berichterstattung über laufende Ermittlungsverfahren vor.

Die Beschwerde wird nun nach einer Vorprüfung der Abendzeitung zur Stellungnahme zugeleitet. Sodann wird  sich der Beschwerdeausschuss des Deutschen Presserats mit der Sache befassen. Dieser tagt vier Mal im Jahr. Bei einem Verstoß kann der Presserat Hinweise an die Redaktion erteilen, aber auch eine Rüge, die das Pressemedium dann veröffentlichen muss.

Nach Auffassung von Andrés Anwalt wäre auch eine sogenannte „Gegendarstellung“ durchsetzbar gewesen. Allerdings muss man dazu mit vollem Namen und Adresse die Zeitung dazu auffordern und diese veröffentlicht auch den vollständigen Namen. Im Hinblick auf die Art und Weise der Berichterstattung durch die Abendzeitung besteht keinerlei Vertrauen. Ein entsprechendes Schreiben mit Namen und Adresse kam daher nicht in Betracht. Die Beschwerde zum Presserat hat Andrés Anwalt im eigenen Namen erhoben, da die Beschwerdeschrift der Zeitung zugesandt werden wird.