Richtige Verhalten bei

einer Blutentnahme

 

Für die Entnahme von Blut ist ein richterlicher oder staatsanwaltschaftlicher Beschluss nötig. Leider wird dieser häufig von der Polizei umgangen mit dem Hinweis auf „Gefahr im Verzug“, weil bis zum Abwarten der Erteilung eines Beschlusses der Alkoholwert sinken könnte! Leider hat sich die Blutentnahme ohne richterliche bzw. staatsanwaltschaftliche Anordnung in der Praxis eingebürgert, vor allem bei Autofahrern.

 

Ankündigung zur Entnahme einer DNA-Probe

 

Auf keinen Fall freiwillig abgeben! Für die Entnahme einer DNA-Probe ist ein richterlicher Beschluss nötig! Lasst euch nicht beirren von irgendwelchen Schreiben oder Aussagen, die euch die Beamten unter die Nase halten bzw. erzählen! Zieht unbedingt einen Anwalt hinzu, der die Rechtmäßigkeit der angekündigten Probe prüft.

Erhalt einer schriftlichen Vorladung als Beschuldigter

 

Sagt bitte den Termin umgehend unter Angabe des Aktenzeichens bei der Polizei telefonisch ab! Teilt den Beamten mit, dass ihr euch einen Anwalt nehmen werdet und dass dieser sich melden wird. Informiert die Rot-Schwarze Hilfe, die euch dann einen Anwalt vermittelt!

Tipp: Nicht vom Handy aus absagen! Benützt einen öffentlichen Fernsprecher, damit eure Telefonnummer nicht bei der Polizei gespeichert wird. Unterdrücken der Nummer hat keinen Sinn, da die Nummer trotzdem angezeigt wird!

 

Vernehmung durch die Polizei als Zeuge

 

Die Polizei muss einem mitteilen, dass man als Zeuge befragt wird! Grundsätzlich gilt hier: Wenn man aussagt, muss es der Wahrheit entsprechen! Ansonsten kann es sein, dass man sich eine Anzeige wegen Strafvereitelung oder Falschaussage einhandelt! Es ist weder strafbar noch ordnungswidrig, bei einer polizeilichen Zeugenvernehmung nicht zu erscheinen. Der Vorladung als Zeuge durch die Polizei muss man also nicht Folge leisten.

Es kann dann aber passieren, dass eine staatsanwaltschaftliche oder eine richterliche Vernehmung angeordnet wird, zu der man wiederum erscheinen muss. Ein Anwalt an eurer Seite als Zeugenbeistand ist immer möglich. Bitte immer vom Anwalt beraten lassen, möglicherweise habt ihr auch ein Zeugnis- oder Aussageverweigerungsrecht!

Tipp: Finger weg von sogenannten Aussagen, um einen Freundschaftsdienst zu machen! Des öfteren haben Zeugen den Gerichtssaal bei Falschaussagen nicht mehr als freier Mann verlassen! Gerichte lassen sich nicht gerne belügen!

 

 

Vernehmung durch die Polizei als Beschuldigter

 

Die Polizei muss einem mitteilen, dass man Beschuldigter ist und was zur Last gelegt wird! Nach Angabe der Personalien, hat man als Beschuldigter das Recht, die Aussage zu verweigern. Von diesem Grundrecht sollte jeder Beschuldigte Gebrauch machen! Dadurch entsteht euch kein Nachteil.

Tipp: Das Wichtigste: Mach auf keinen Fall Angaben zur Sache! Viele denken, dass es gut ist, mit den Beamten zu sprechen. Das ist nicht richtig! Oft sagen die Ermittler zu Beschuldigten, dass sie aussagen sollen, dann würden sie nicht so hart bestraft und sich alles aufklären. Glaubt das nicht! Oder die Polizisten bieten Euch das Du und eine Zigarette an und verwickeln euch in ein scheinbar freundschaftliches Gespräch. Juristen bezeichnen diese Vorgehensweise als kriminalistische List. Die ist zwar nicht verboten, für Beschuldigte aber äußerst gefährlich.