Nachgefragt

Offener Brief an die Münchner Polizei - Teil 2

 

Sehr geehrter Herr Kopp,

vielen Dank für Ihr Schreiben vom 24.4.2013.

Leider sind unsere Fragen aus unserem Schreiben vom 20.4.2013 durch Sie nur unzureichend bzw. überhaupt nicht beantwortet worden.

Ihre Wahrnehmung, dass bei den Vorkommnissen eine „derartige Gewalt und Brutalität“ an den Tag getreten ist, dass „ein Beamter (…) neben Prellungen im Gesicht auch eine Augenreizung erlitten hat“, haben wir zur Kenntnis genommen.

Wir hoffen aber, nachdem dies in Ihrem Schreiben umgekehrt keine Erwähnung findet, dass Sie ebenfalls „betroffen“ von der Tatsache sind, dass auf seiten der Nürnberger Anhänger erhebliche Verletzungen dergestalt entstanden sind, dass zum Beispiel durch einen Schlagstockeinsatz eine klaffende Wunde am Ellenbogen entstand und eine Vielzahl von Personen, darunter auch Frauen, mit Hämatomen übersät wurden.

Offener Brief an die Münchner Polizei

 

Sehr geehrter Herr Kopp,

wir gehen davon aus, dass Ihnen unterstellte Beamte Ihnen bereits Kenntnisse über unsere Organisation vermittelt haben und eine erneute Vorstellung der Rot-Schwarzen Hilfe Ihnen gegenüber deshalb nicht vonnöten ist.

Wir bitten Sie im Hinblick auf die Vorkommnisse vom 13.04.2013 höflich um Stellungnahme zu folgenden Sachverhalten:

 

 

  • Es wurde in diversen Berichten eine unterschiedliche Zahl verletzter Beamter genannt. Nachdem uns zugetragen wurde, dass sich bspw. ein Beamter über Reizungen im Gesicht - ausgelöst durch Pfefferspray – beklagte, bitten wir um Aufklärung, ob die Verletzungen dieses Beamten in die offiziell durch ihre Behörde bekanntgegebene Zahl (16 Beamte) der verletzten Polizeibeamten eingeflossen ist?

Was lange währt ... wird manchmal doch nicht gut

 

Ende September letzten Jahres schien es der RSH wichtig zu erfahren, wie viele Personen nach dem letzten Saisonheimspiel 2011/12 gegen den Hamburger SV durch den Pfeffersprayeinsatz der Polizei hinter der Nordkurve verletzt worden waren. Nach einer ziemlichen Telefon-Odyssee erfuhren wir schließlich, dass der Kreisbereitschaftsleiter des BRK-Kreisverbands Nürnberg-Stadt die richtige Ansprechperson sei.

Eine telefonische Anfrage bei diesem stieß auf positive Resonanz dahingehend, dass der Herr keine Bedenken hatte, die Zahlen zu nennen. Er bat lediglich um eine Anfrage per Mail, damit er nachweisen könne, wem er die verlangte Auskunft erteilt habe.

Am selben Tag noch ging ihm die erbetene Mail zu. Eine Antwort erhielten wir jedoch leider nicht. Deshalb nahmen wir Anfang Dezember ein weiteres Mal mit dem Herrn Kreisbereitschaftsleiter telefonisch Kontakt auf und fragten nach deren Verbleib. Von der ursprünglichen freundlichen Auskunftsbereitschaft war nun allerdings nichts mehr übrig geblieben. Stattdessen teilte er mit, er dürfe keine Angaben machen, da die Angelegenheit "in den Datenschutz hineingeht". Auskunftsberechtigt sei lediglich die Polizei. Auf Nachfrage, ob diese ihm untersagt habe, Zahlen herauszugeben, erklärte er, dass dies nicht so sei, vielmehr komme die Anweisung von höherer Stelle im BRK (Bayerisches Rotes Kreuz).

Der Fan als Schlachtvieh...

 

Beim Auswärtsspiel in Dortmund am 25.01.2013 war es mal wieder der Fall, dass 250 Fans mit gültigen Eintrittskarten für die Stehblöcke im Gästebereich der Zugang wegen „Überfüllung“ verwehrt wurde.

Warum dies der Fall war – ob zu viele Karten für diese Bereiche verkauft wurden oder es sich einfach um eine „Fehlkonstruktion“ der Stehblöcke handelt – wird man wahrscheinlich nie in Erfahrung bringen. Dazu müsste irgendwer einen Fehler eingestehen.

Zurück zu den 250 Fans im Stadion vor dem Block: Um die „wild gewordene Meute“ in Schach zu halten, hat man sie kurzerhand in einen Tunnel gesperrt ... eingepfercht wie Schlachtvieh. Da es den Anschein hatte, dass die Polizei in Dortmund aus den Vorfällen bei der Loveparade in Duisburg nichts gelernt hat, baten wir diese um eine Stellungnahme.

Nun haben wir eine Antwort erhalten, die wir natürlich niemandem vorenthalten möchten ...

Nachfrage bei der PI Süd wegen Rucksack Kontrolle

 

Beim Bundesligaheimspiel des 1. FC Nürnberg gegen Borussia Dortmund am 1. September 2012 war wie vor jedem Heimspiel eine Gruppe von Personen vor Stadionöffnung in den Blöcken der Nordkurve mit vorbereitenden Arbeiten für das Spiel beschäftigt (Zettelstecken, Spruchbänderzurechtlegen, Zaunfahnenaufhängen usw.).

Dass diese Personen der Fanbetreuung in der Regel persönlich bekannt sind, zumindest aber namentlich dadurch erfasst werden, dass sie ihre Dauerkarten beim Betreten des Stadions beim Fanbeauftragten hinterlegen, ist gang und gäbe. So auch dieses Mal. Es trieb sich also kein "fremdes Volk" unbeaufsichtigt im Stadion herum, dem besonders zu misstrauen gewesen wäre. Vielmehr handelte es sich um Personen, denen der Veranstalter in besonderer Weise vertraut. Wer ließe denn auch Leute in seinem "Haus" herumwuseln, von denen er nicht sicher wäre, dass sie darin "keinen Unsinn bauen".