Klartext

VERRAT

 

Der Drops ist gelutscht – zumindest auf überregionaler Bühne. Auf der Versammlung am vergangenem Mittwoch stimmten die Mitglieder der DFL, also die 36 Bundesligavereine, allen Anträgen des Konzepts „Sicheres Stadionerlebnis“ zu. Vor dem Tagungshotel in Frankfurt standen geschätzte 800 Fans in der Kälte – in stiller Mahnwache. All die Proteste und Gespräche hatten nichts bewirkt – die Vereine und ihre Vertreter haben ihre Kurven verraten, indem sie mit überwältigender Mehrheit zustimmten.

 

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Nach RSH-Intervention: Deutsche Presseagentur ändert Richtlinien über Fanberichterstattung

 

Die Deutsche Presseagentur dpa hat infolge des Drucks der RSH im Fall André ihre internen Richtlinien erweitert. Das schreibt das Fachmagazin „SPORTJOURNALIST“ in seiner Dezember-Ausgabe. Der freie Journalist Thorsten Poppe berichtet dort in dem Titel-Thema des Magazins unter der Überschrift „Illegal, legal - oder egal?“ über den Umgang der Medien mit dem Fall André und die Datenweitergabe durch die Polizei.

 

Gegenwehr der RSH-Anwälte bringt Journalismus in Erklärungsnot

In dem Beitrag erinnert der Autor daran, dass die dpa ungeprüft „interne“ Polizeimitteilungen übernommen hatte und dadurch André zu Unrecht bundesweit als „Gewalttäter“  dargestellt wurde. Erst nach „massivem Druck der RSH“, so der Autor, habe die dpa ihren Bericht korrigiert. An der falschen Darstellung von André als Gewalttäter und Hooligan habe dies aber nichts mehr ändern können. Die „ungewöhnliche Gegenwehr der Anwälte von André“, so Poppe im SPORTJOURNALIST, hätte den Berufsstand der Journalisten in große Erklärungsnot gebracht.

Beerdigung Michael Holinka, 04.12.2012

 

Im Namen der Familie unseres Mitglieds Michael wollen wir uns auf diesem Weg für die große Anteilnahme und die zahlreichen Spenden bedanken.

Leider mussten auch in diesem so traurigen, aber würdigen Rahmen wieder einmal ein paar Merkwürdigkeiten wahrgenommen werden.

Die zuletzt so viel besungenen angewachsenen Einsatzstunden der Polizei sind immerhin insoweit geklärt, dass etliche Wagen mit halb schlafenden Beamten in Schwaig gesichtet wurden. Offenbar wollte man Ausschreitungen anlässlich eines Todesfalles schon im Vorfeld unterbinden. Bleibt zu hoffen, dass der nächste ZIS-Bericht unterscheidet zwischen Nettoeinsatzstunden und Bruttoeinsatzstunden, sprich solchen, die irgendeinen Sinn machen und solchen, die für die Statistik und Lobbyarbeit der GdP angesetzt werden.

Lex Calcio - Sonderstrafrecht für Fußballfans?

 

Einem überaus interessanten Vortrag bzw. einer lebhaften Diskussion durfte das Ya Basta! am 08.10.2012 im Nürnberger Literaturhaus beiwohnen. Der Bezirksverband Nürnberg des Bayerischen Richtervereins und der Nürnberger Anwaltsverein luden ihre Mitglieder zu einer Veranstaltung, welche die Wertung und Einordnung von Straftaten rund um ein Fußballspiel als zentralen Inhalt hatte. Initiiert wurde die Veranstaltung von den Anwälten Ralf Peisl und Jahn-Rüdiger Albert, die sich aufgrund ihrer Tätigkeit im Rahmen des Engagements bei der Rot-Schwarzen Hilfe hier sehr gut auskennen.

So wurde wie durch magische Hand gleich zu Beginn der Veranstaltung aus dem Fragezeichen hinter dem Wort Sonderstrafrecht ein Ausrufezeichen - man muss kein Fachmann sein, um zu erkennen, dass vergleichbare Delikte mit anderem Hintergrund (zum Beispiel Schlägereien auf dem Oktoberfest oder das bekannte Maibaumentführen) wesentlich milder bestraft werden. Oberstaatsanwalt Alfred Huber bemerkte das zugefügte Ausrufezeichen und machte als erster Redner deutlich, dass er keine Lex Calcio erkennen kann, da er die Delikte vor unterschiedlichem Hintergrund einordnet. Fußballfans seien per se oftmals aggressiv bzw. gewaltbereit und die Szene verfüge auch nicht über eine soziale Kontrolle.

Pressemitteilung der Stadt Fürth ist mit Verfügung nicht vereinbar – offenbar eilige Rückruderaktion

 

In der heute eiligst verfassten Pressemitteilung der Stadt Fürth heißt es:

„Als Bestandteil der Gewaltpräventionsmaßnahmen hat die Stadt Fürth nach 2009 deshalb erneut eine sicherheitsrechtliche Allgemeinverfügung erlassen, die sich selbstverständlich nur an diejenigen Fans des 1. FCN richtet, die sich nicht für ein friedliches Fußballspiel interessieren, sondern die Konfrontation suchen. Alle anderen Clubfans dürfen sich frei und ungehindert in Fürth bewegen und sind herzlich willkommen.“

Diese Aussage ist nicht nur widersinnig, da weder die Stadt Fürth noch die Polizei am Aussehen festmachen kann, welches Interesse eine Person hat.

Insbesondere ist die Darstellung mit dem Wortlaut des Bescheids nicht vereinbar. Denn ausreichend, um gegen die Verfügung zu verstoßen, ist es nach dem Tenor des Bescheids, dass sich Glubb-Fans aller Art in der Fürther Innenstadt aufhalten und deshalb- durch die Polizei - befürchtet werden muss, dass sich diese umgehend mit anderen Gruppen zusammenschließen und daraus resultierend exzessive Verhaltensweisen, Aggressionen oder gewalttätige Auseinandersetzungen begehen.

Mit anderen Worten: Jeder, der die Sperrzone betrifft, muss befürchten, dass ein Polizeibeamter diese Voraussetzung bejaht. Die Gewahrsamszelle droht und dadurch auch ein bundesweites Stadionverbot, sowie einen Eintrag in die Datei Gewalttäter Sport.