Klartext

Gescheiterter Stadionsturm und Fan-Krisenmanagement in Dortmund

 

Der Spieltag in Dortmund am 01.03.2014 war nicht nur in sportlicher Hinsicht eine mittlere Katastrophe. Auch die Behandlung der Nürnberger Fans war wieder einmal unglaublich.

Wie seit Jahren bekannt, herrschen in Dortmund am Gästebereich andere Kriterien als an den übrigen Bundesligaspielorten. Hier ist man nicht gewillt, Probleme zu vermeiden. Vielmehr werden Probleme gezielt und gewollt provoziert. Ein fragwürdiges Zusammenspiel des privaten Ordnungsdienstes und der Polizei ermöglichen eine wiederkehrende Anhäufung von Gewaltausbrüchen und Ungerechtigkeiten gegenüber Gästefans während der gesamten Saison. Das Ordnerpersonal, das u.a. aus älteren Fans von Borussia Dortmund besteht, hat hier offenbar sämtliche Freiheiten, so dass man sich teilweise an einen Schlägertrupp erinnert fühlt, der noch dazu mit Arroganz seine Macht ausüben kann, ohne Folgen befürchten zu müssen.

Wenn sie loslegen und ihr Gegenüber sich wie erhofft provozieren lässt, stehen den Jungs in ihren roten Jacken vermummte und bewaffnete Polizei-Einheiten sofort zur Seite, die dann selbst ordentlich loslegen. So haben beide Gruppen - Ordner sowie Polizisten - offenbar einen Riesenspaß während der gesamten Bundesligasaison.

Änderungen der Stadionverbotsrichtlinien durch den DFB

 

Gemeinsame Stellungnahme der Rechtshilfen Nürnberg, 1860 München, Hannover, Rostock, Dresden und Union Berlin

 

                    

 

  

  

1.

Wie schon im letzten Jahr, als das Sicherheitskonzept durchgesetzt wurde, hat man auch jetzt bei der Veränderung der aktuellen Stadionverbotsrichtlinien (SVRi) nicht auf Transparenz und Mitsprache der Fans gesetzt, sondern dies im stillen Kämmerlein ausgehandelt. Bereits Anfang Oktober diesen Jahres bekamen sämtliche Fanprojekte und Vereine die Vorschläge des DFB mitgeteilt. Um anscheinend Stellungnahmen und Hinweise auf das sehr wohl bedenkliche Vorhaben der Neuregelung zu vermeiden, haben weder Vereine noch Fanprojekte es gewagt, diese Informationen zur allgemeinen Diskussion an die breite Fanmasse weiterzugeben. Praktisch der gleiche selbstherrliche Vorgang wie 2012, als einzig über den Verein Union Berlin das Vorhaben des DFB durchsickerte und ein breiter Proteststurm mit der Aktion 12:12 entstand.

 

2.

Wie die Bundesarbeitsgemeinschaft der Fanprojekte (BAG) auf Faszination Fankurve "Mehr Transparenz und Präzision statt Verschärfung" mitteilt, verstehe diese nicht, dass der Eindruck entstanden sei, bei den neuen SVRi handle es sich um eine Verschärfung.

Sorry - Berliner LKA im Interview mit 11-Freunde

 

Und wieder einmal darf sich die Polizei, hier in Form des LKA-Berlin, über Sportgewalt äußern. Ohne Reflektierung der wirklichen Zustände. Sorry, aber dieses Interview entspricht genau dem Niveau, das man von Polizeibeamten erwartet: Selbstdarstellung und Ablenken von den eigenen Fehlern. Sorry, aber die nachfolgende Frage/Antwort ist so fern der Realität, dass man, sorry, sie so nicht stehenlassen kann. Deswegen, sorry liebe Besucher unserer Seite, schaut euch das Video über das Verhalten der Berliner Polizei im August 2011 beim Spiel Hertha BSC – FCN an.

Ungeheuerlicher Verdacht: Glubbfan in Braunschweig von Polizei gefoltert?

 

Was uns da verschiedene Mitglieder vom Auswärtsspiel in Braunschweig am 15. September 2013 zu berichten haben, ist mehr als beängstigend. Nachdem ca. 15 Fans vor dem Spiel eine Kneipe in unmittelbarer Nähe des Stadions besuchten, erklärte ihnen die Polizei, falls Personen die Örtlichkeit verlassen wollten, würden sie in Gewahrsam genommen.

Freiheitsentziehende Androhung, obwohl keinerlei Gründe vorliegen, ist aus unserer Sicht schon sehr grenzwertig! Um jedoch Ärger mit der Polizei zu vermeiden, fügte man sich, blieb in der Kneipe und lauschte der Berichterstattung im Radio. Ungefähr zur 75. Minute sollten die Fans aber dann auf einmal auf Anordnung der Polizei die Kneipe verlassen, um von den Beamten zu ihren Heimfahrgelegenheiten gebracht zu werden.

 

Dass es der Polizei ziemlich egal war, ob Leute noch ihre bezahlten Getränke verzehren oder am Spielautomaten ihr bereits eingeworfenes Geld verzocken wollten, merkte die Gruppe spätestens, als die Kneipe von ca. 30 behelmten und bewaffneten Polizisten gestürmt wurde. Faustschläge und Knüppeleinsatz sollten für die Polizei den langweiligen sonntäglichen Einsatz wohl etwas auflockern.

Sportschau Werbung - eine unendliche Geschichte von Peinlichkeiten

 

Alle Jahre wieder muss man sich die Frage stellen, ob die für ARD-Sportschau-Werbung Verantwortlichen von dem besonderen Ehrgeiz besessen sind, treffsicher in sämtliche bereitstehenden Fettnäpfchen zu treten.

Vor Saisonbeginn 2011 war es ein Plakat, auf dem Lukas Podolski jubelnd die Faust hochreckt, während im Hintergrund Rauch und Bengalos zuhauf zu sehen sind, woraufhin zurecht - auch von uns - der Vorwurf der Doppelmoral erhoben wurde.

Im Jahr darauf hatte man die glorreiche Idee, einen Werbespot zu produzieren, in dem eine Comic-Neandertalerin versucht, ihren Partner durch einen Striptease von der Sportschau abzulenken, was vielfach als sexistisch und frauenfeindlich gebrandmarkt wurde.

Heuer nun glänzt man durch ein Plakat, auf dem ein Saubermann-Bubi im Sportschau-Trikot, der sich offenbar in einer englischen Hooligankneipe aufhält, umringt von drei zutätowierten, finster bis provokativ blickenden "harten Typen", von denen ihm zwei freundschaftlich die Hand auf die Schultern legen, selig in die Kamera grinst. Gekrönt wird das Ganze noch durch den Slogan "Respekt muss man sich verdienen."