Klartext

DNA – (D)arfste (N)icht (A)bgeben

 

Wir hatten in der Vergangenheit schon mehrfach gewarnt, dass die Sammelwut der Behörden betreffend die Daten von Fußballfans ständig – um es mit deren Diktion auszudrücken – „neue Dimensionen“ annimmt. Mittlerweile wird bereits versucht, von Ersttätern auch bei kleineren Delikten die DNA zu erhalten und in irgendwelche nebulösen Dateien einzuspeichern.

Die nächste „Dimension“ zeichnet sich bereits am Horizont ab: Gewaltprävention im Fußball - DNA-Tests für Fans?

Dazu lässt sich nochmals in sehr plastischer und einfacher Form erklären, warum es abzulehnen ist, seine DNA ohne Not an Behörden zu geben.

 

Man stelle sich folgenden Fall vor:

Durch irgendeinen belanglosen Vorfall (und recht viel mehr braucht es im Fußball nicht) ist ein junger Mann, nennen wir ihn Andreas, in der DNA-Datenbank registriert. Andreas sieht aus wie junge Männer aussehen: schlank, groß, Jeans, dunkle Jacke.

Datei Gewalttäter Sport – die Datei des Schreckens

 

Im Mai 2013 spielte der FCN mit ca. 8000 Fans aus Franken in Düsseldorf. In den Abendstunden, wurden nach einer ausgelassenen Siegesfeier in der Düsseldorfer Altstadt und eines eskalierenden Polizeieinsatzes etwa 280 Personen in Gewahrsam genommen.

Nach unseren Erkenntnissen dürften so ziemlich alle in den Gewahrsamskesseln befindlichen Personen in die Datei Gewalttäter Sport eingetragen worden sein. Für den Betroffenen ist diese Eintragung reichlich übel, weil er damit als „Gewalttäter“ gebrandmarkt wird, der in der Regel heftige Probleme z.B. bei Auslandsflugreisen bekommt. Wenn man sich nichts zu Schulden kommen hat lassen, mag man nachvollziehbar nicht besonders gern in diese Datei eingetragen werden. Bei einer so großen Masse an festgesetzten Personen wie in Düsseldorf ist die Wahrscheinlichkeit jedoch sehr groß, dass der größte Teil der Fans nunmehr unberechtigt als Gewalttäter eingestuft ist/wurde.

Das dachte sich auch Joseph Vansmall (Name von der RSH geändert) und schrieb die Polizei in Düsseldorf um Auskunft an, da auch er sich in dem Kessel befunden hatte und er allgemein dafür bekannt ist, alles andere als ein Gewalttäter zu sein – schon eher ein Schreibmaschinentäter für Fanzines. Eingetragen war und ist er aber trotzdem. Überdies sei er der Polizeiinspektion Nürnberg Süd „anlassbezogen“ bekannt.

Frankfurter SKB wollte während Verhandlungspause Gericht beeinflussen

 

Nachdem die Verfahren vom Auswärtsspiel im März 2013 in Frankfurt mit der erfundenen Pyrotechnik nunmehr alle abgeschlossen sind, wollen wir der Leserschaft unserer Homepage einen kleinen Zwischenfall aus dem Frankfurter Gerichtssaal während einer Verhandlung ein gutes Jahr später nicht vorenthalten.

Die Verhandlung begann, wie manchmal üblich, damit, dass der Richter den Besucherbereich begutachtete und die Frage stellte, ob denn jemand der Interessierten eventuell als Zeuge in Frage käme. Es waren lediglich fünf Zuschauer in den drei Stuhlreihen anwesend und keiner meldete sich.

Nach der Anklageverlesung durch den Staatsanwalt ging es zügig zur ersten Zeugenaussage - einem Polizeibeamten mit Befehlsgewalt. Dieser berichtete natürlich polizeigewerkschaftsmäßig sehr einseitig von den damaligen Geschehnissen. Ihm sei sogar aufgefallen, dass die Nürnberger Fans „keinen Smalltalk wie üblich mit der Polizei führten“ oder „dass sich die Fans abgeschottet“ hätten. Er gab zu Protokoll, dass es etliche verletzte Polizisten gegeben hätte. Die Frage, warum der Pfeffersprayeinsatz nicht aktenkundig sei, konnte er hingegen nicht beantworten. Er konnte es aber dann in seiner objektiven Art nicht unterlassen, das Verhalten der Nürnberger Fans als „ziemlich extrem, auch für Frankfurter Verhältnisse“ zu beschreiben.

Polizei versucht Gedenkturnier an verstorbenen RSH-Mitglied zu verhindern

 
Wir möchten hier nicht viele Worte darüber verlieren, da im folgenden Text ausführlich die unfassbaren Vorkommnisse geschildert werden.
 

Falschauskunft der Bundespolizei oder Die hohe Philosophie des „Versehens“

 

Immer skurriler wird der Fall eines RSH-Mitglieds, das nach Auffassung des Amtsgerichts Ingolstadt durch einen Polizeibeamten als Unschuldiger verfolgt wurde. Bekanntlich zeigte ein Polizeibeamter das RSH-Mitglied wegen eines Sachverhalts an, der sich nach Auftauchen eines zufällig gedrehten Videos nicht aufrecht erhalten ließ. Der Beamte wurde durch das Amtsgericht Ingolstadt verurteilt, das Berufungsverfahren läuft. In der sogenannten Gewalttäterdatei und in INPOL wurde das RSH-Mitglied trotzdem als Täter eingetragen, der auf den Beamten mit einer abgebrochenen Glasflasche losgestürmt wäre. Eine Klage hiergegen ist beim Verwaltungsgericht München anhängig.

Um aber überhaupt an die gespeicherten Daten zu gelangen, war ein monatelanger Kraftakt erforderlich, der jetzt zu einem Beschwerdeverfahren bei der Bundespolizei führte. Jeder, der schon einmal selbst Auskunft über Daten beantragt hat, die gespeichert sind, kennt das Mauern auf Seiten der Behörden. Im hiesigen Fall waren vier Anwaltsschreiben an die Bundespolizei erforderlich, um die begehrte Auskunft zu erhalten. Drei Monate vergingen, bis eine vollständige Auskunft einging. Dass diese überhaupt erlangt werden konnte, beruhte ausschließlich auf fortwährender Hartnäckigkeit, denn die Bundespolizei wollte den Betroffenen mit unvollständigen Auskünften abspeisen.