Klartext

Beim Fußball interessiert sich die deutsche Presse nicht für spanische Polizeigewalt

 

Die Bilder gehen um die Welt. Die Guardia Civil, spanische Staatspolizei, versucht mit allen Mitteln eine Abstimmung über die Unabhängigkeit Kataloniens zu verhindern. Spanische Bürger, ob alt, jung, männlich oder weiblich, werden getreten, geschlagen, mit Knüppeln traktiert oder Geschossen aus Gummi an der Wahl gehindert.

 

 

Dies sorgt in allen deutschen Medienhäusern für Empörung. Die spanische Prügelpolizei hat einmal mehr zugeschlagen! Fußballfans aus Deutschland, die ihr Team in Sevilla, Madrid, Barcelona oder anderen spanischen Städten unterstützten, dürften sich über die Bilder nicht gewundert haben. Schon des Öfteren ist die Polizei ausgerastet, handelte völlig überzogen und besaß Narrenfreiheit.

Die Fans von deutschen Vereinen können daherein Lied darüber singen. Nur interessiert hat es in der Nachbetrachtung in Deutschland nur Wenige. Natürlich auch der allgemeinen Annahme geschuldet, dass Fußballfans schon irgendwie etwas verbrochen haben, welches solch ein Eingreifen rechtfertigte. Zumal solch ein Referendum natürlich auch von höherer gesellschaftlicher und politischer Relevanz ist, um darüber zu berichten. Es wird also genauso weitergehen in Spanien: Anhänger werden ausgeraubt, von Polizeigewalt überzogen und im schlechtesten Falle auch noch in ein spanisches Gefängnis gesteckt. Die deutsche Presse wird es auch weiterhin nicht interessieren – sind ja auch nur Fußballfans!