Abgeschlossene Fälle

Klage gegen Steigerwald-Stadionverbote: DFB muss teil der Kosten tragen

 

Nach einer angeblichen Attacke auf Fanbusse von Anhängern der Spielvereinigung Greuther Fürth auf der Rastanlage Steigerwald hagelte es Stadionverbote des DFB. Dem DFB hatte die Zentrale Informationsstelle Sporteinsätze (ZIS) Namen von Verdächtigen präsentiert. Prompt erließ der DFB bereits kurz nach Beginn des Ermittlungsverfahrens bundesweite Stadionverbote. Auf den Ausgang des Ermittlungsverfahrens wollte man in Frankfurt freilich nicht warten. 

Bei einer Pressekonferenz des bayerischen Innenministers Joachim Herrmann kurz vor der bayerischen Landtagswahl belobigte dieser den DFB ausdrücklich für dieses Vorgehen. Unmittelbar vor dem Heimspiel des Glubb gegen den FC Augsburg am 31.08.2013 nutzte der Innenminister den Presseraum im Max-Morlock-Stadion als Bühne, um die CSU-Sicht zu "Fußball und Gewalt" zu verbreiten. "In Bayern verlaufen die meisten Fußballspiele weitgehend ruhig", stellte er zunächst fest. Umso erstaunlicher, dass nur wenige Tage später der 1. FCN ankündigte, mit einer Vielzahl teurer Kameras das Stadion aufrüsten zu wollen. Kameras wohlgemerkt, die nicht etwa auf das Spielfeld, sondern auf die Fans zur Beobachtung gerichtet sein sollen.

Wo zum Geier ist die Augenbinde hin? Wie polizeiliche Arbeit existenzbedrohend werden kann

 

Vor dem Gesetz sind alle gleich. Heißt es. Sagt auch das Bildnis der Justizia, die genau aus diesem Grund eine Augenbinde trägt. Eben weil sie gleichmäßig entscheiden soll, ganz gleich ob jemand mit der Nadel im Arm oder im Nadelstreifenanzug erscheint. Oder in Uniform.

Dabei hätte auch RSH-Mitglied Heinrich (Name von der RSH geändert) durchaus in Uniform vor Gericht erscheinen können, er ist nämlich Soldat und hat dieses Land, das ihn nun vor Gericht gebeten hat, unter anderem bei heftigen Einsätzen in Afghanistan vertreten. Aber Heinrich zog es vor, in ordentlicher Zivilkleidung zu erscheinen, nicht ohne die Furcht, für eine in seinen Augen völlig seltsame Anklage gerade stehen und im üblen Fall auch noch zu unrecht verurteilt werden zu müssen.

Abschlussbericht zum Pokalderby 2011

 

Des einen Freud, des andern Leid – Sieger und Verlierer eines „Platzsturms“

Mit einigem zeitlichen Abstand müssen wir uns nochmals des Themas „Platzsturm“ und der Frage annehmen, wer dabei eigentlich die Gewinner und die Verlierer sind.

Nach der peinlichen Pokalpleite gegen den Rivalen aus Fürth am 20. Dezember 2011 hielt es einige aufgebrachte Anhänger des Glubb nach Spielende nicht länger auf den Rängen und sie liefen über die Aschenbahn Richtung Gästeblock. Dort angekommen, warfen sie Schneebälle in den Block und wurden anschließend von gefühlten drei Polizeibeamten in ihre Kurve zurückgejagt. Hört sich weniger dramatisch an, als es dann allenthalben kommentiert wurde.

Während zunächst von „kriegsähnlichen Zuständen“ (FCN-Vorstand R. Woy) die Rede war, überschlugen sich die Medien in ihren Kommentaren und ließen teilweise jegliche Regularien außer Acht. Während sonst jedes sogenannte „Sexmonster“ auf einen Balken über das Gesicht vertrauen darf, scheinen „Aschenbahnläufer“ offensichtlich ein zum medialen Lynchen freigegebenes Wild zu sein, so dass ein gerade so eben Volljähriger die Titelblätter der gesamten Presse-Region zieren durfte – ungepixelt!

Friedel und Rudi auf großer Fahrt

 

Einmal Manchester erleben. Für viele Fußballanhänger ein Lebenstraum. So auch für Friedel Karren (Name von der RSH geändert) und seinen Sohn Rudi (Name ebenfalls geändert). Nachdem die beiden Glubbfans sind, der Vater mehr als der Sohn, nahm man ein Gastspiel des befreundeten Vereins Schalke 04 zum Anlass, um sich den Traum zu erfüllen.

Also auf zum Münchener Flughafen und Abflug nach Manchester? Denkste!

Als die beiden bereits eingecheckt waren, kam die Bundespolizei ins Spiel. Der junge Rudi habe einen Eintrag in der Datei Gewalttäter Sport, man müsse dies prüfen. Prüfen ist das eine, Fakten schaffen das andere. Wie sooft von derartigen Situationen berichtet wird, wurde den beiden Betroffenen bereits vorab zu verstehen gegeben, dass sie ihren Flieger wohl nicht erreichen würden. Aha? Also ein faktisches Ausreiseverbot? Jedenfalls wurde die Maßnahme der „Kontrolle“ so lange hingezogen, dass der Flieger und damit das Spiel in den Himmel entschwebt waren. Erst dann kam die Mitteilung, dass einer Ausreise nichts im Wege stünde. Weshalb man aber die Kontrolle nicht in der Form beschleunigt hatte, dass man beide gleichzeitig und nicht einzeln hintereinander überprüfte (bei dem bekannt knappen Zeitfenster), wurde bis heute nicht geklärt.

Bumm - Zock - Strafverfahren - Freispruch

 

Eine sehr kuriose Geschichte erlebte  RSH-Mitglied Moritz S. (Name von der RSH geändert) bei einer Auswärtsfahrt in nördliche Gefilde. Während eines Aufenthaltes an einer Raststätte stand die Busgesellschaft auf dem Asphalt herum, als plötzlich irgendein besonderer Witzbold einen Böller zündete und diesen in Richtung eines ebenfalls an dem Parkplatz befindlichen Herren rollen ließ. Der Böller knallte, der Mann ärgerte sich und und hatte ein Pfeifen im Ohr.

Natürlich wollte der Betroffene zu gern wissen, wer ihm diese Ungemach beigebracht hat. Es gab also einigen Disput hin und her, bis schließlich Moritz ins Spiel kam, der zu dem Mann ging und ihm erklärte, dass er ihm seine Kontaktadresse gebe, für den Fall, dass irgendetwas sein sollte . Daraufhin reiste der Bus ab.

Der Herr allerdings trug von dem Übergriff doch mehr davon als nur den Schrecken. Er erlitt Schädigungen am Ohr. Darauf erinnerte er sich an Moritz‘ Kontaktdaten . Was nun folgte, war für Moritz durchaus atemberaubend. Der Herr erstattete nämlich Anzeige – gegen Moritz. Moritz sei zu ihm gekommen und habe sich dafür entschuldigt, dass er, Moritz, den Böller gezündet habe. Er sei gleich zweimal zu ihm gekommen und habe erklärt, er habe „das“ nicht gewollt.