Abgeschlossene Fälle

Vor langer Zeit ...

 

... führte die Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth nach dem Spiel des 1. FC Nürnberg gegen den FC Bayern München am 17.11.2012 Medienberichten zufolge zunächst Vorermittlungen durch. Hintergrund war das Verhalten der Spieler des FC Bayern München nach dem 1 : 0, insbesondere des Spielers Mario Mandzukic. Dieser streckte beim Torjubel, wie auf verschiedenen Videoaufnahmen und Fotos deutlich zu erkennen war, den rechten Arm ausgestreckt für mehrere Sekunden nach oben.

Den Medien war später zu entnehmen, dass ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts des Verwendens verfassungsfeindlicher Kennzeichen nicht aufgenommen werde. Dabei erfüllt die Geste aus objektiven Gesichtspunkten den sogenannten "Hitlergruß". Weiterhin ließ Mandzukic zunächst öffentlich verlautbaren, dass es sich nicht um einen Gruß an kroatische Kriegsgeneräle gehandelt habe, wie teilweise von den Medien vermutet worden war.Erst später ließ er durch seinen Manager ausrichten, es habe sich doch um einen Gruß an die Generäle gehandelt – offenkundig nachdem er erfahren hatte, dass gegen ihn ermittelt wird.

Nürnberger SKB mit Adleraugen

 

Eine schöne vorweihnachtliche Bescherung wurde einem jugendlichen Glubbfan in Form eines Prozesses mit dem Vorwurf der gefährlichen Körperverletzung vor dem Amtsgericht in Hersbruck zuteil.

Ein immer wiederkehrendes Problem, das Auswärtsfans in Freiburg haben, ist das Verbot von Zaunfahnen. Auch beim letzten Gastspiel ließen es sich die Fans aus Nürnberg nicht nehmen, zur optischen Gestaltung des Auswärtsblocks und im Zuge der noch bestehenden Fankultur ihre Fahnen aufzuhängen. Ärger war da vorprogrammiert und anscheinend von den Verantwortlichen des SC Freiburg auch so gewollt.

Kurz vor Beginn des Spieles betraten drei Ordner mit der Absicht den Block, ausgerechnet die sensibelsten Fanutensilien, nämlich die Zaunfahnen, zu entfernen. Nun kam es, wie es kommen musste. Die Glubbfans waren mit dieser Maßnahme nicht einverstanden und so entstand eine Schubserei, bei der ein 60-jähriger Ordner, laut seiner Aussage, einen Schubser gegen den Brustkorb bekam und, als er seinen Kopf zur Seite drehte, einen Schlag gegen den Kiefer.

Klage gegen Steigerwald-Stadionverbote: DFB muss teil der Kosten tragen

 

Nach einer angeblichen Attacke auf Fanbusse von Anhängern der Spielvereinigung Greuther Fürth auf der Rastanlage Steigerwald hagelte es Stadionverbote des DFB. Dem DFB hatte die Zentrale Informationsstelle Sporteinsätze (ZIS) Namen von Verdächtigen präsentiert. Prompt erließ der DFB bereits kurz nach Beginn des Ermittlungsverfahrens bundesweite Stadionverbote. Auf den Ausgang des Ermittlungsverfahrens wollte man in Frankfurt freilich nicht warten. 

Bei einer Pressekonferenz des bayerischen Innenministers Joachim Herrmann kurz vor der bayerischen Landtagswahl belobigte dieser den DFB ausdrücklich für dieses Vorgehen. Unmittelbar vor dem Heimspiel des Glubb gegen den FC Augsburg am 31.08.2013 nutzte der Innenminister den Presseraum im Max-Morlock-Stadion als Bühne, um die CSU-Sicht zu "Fußball und Gewalt" zu verbreiten. "In Bayern verlaufen die meisten Fußballspiele weitgehend ruhig", stellte er zunächst fest. Umso erstaunlicher, dass nur wenige Tage später der 1. FCN ankündigte, mit einer Vielzahl teurer Kameras das Stadion aufrüsten zu wollen. Kameras wohlgemerkt, die nicht etwa auf das Spielfeld, sondern auf die Fans zur Beobachtung gerichtet sein sollen.

Wo zum Geier ist die Augenbinde hin? Wie polizeiliche Arbeit existenzbedrohend werden kann

 

Vor dem Gesetz sind alle gleich. Heißt es. Sagt auch das Bildnis der Justizia, die genau aus diesem Grund eine Augenbinde trägt. Eben weil sie gleichmäßig entscheiden soll, ganz gleich ob jemand mit der Nadel im Arm oder im Nadelstreifenanzug erscheint. Oder in Uniform.

Dabei hätte auch RSH-Mitglied Heinrich (Name von der RSH geändert) durchaus in Uniform vor Gericht erscheinen können, er ist nämlich Soldat und hat dieses Land, das ihn nun vor Gericht gebeten hat, unter anderem bei heftigen Einsätzen in Afghanistan vertreten. Aber Heinrich zog es vor, in ordentlicher Zivilkleidung zu erscheinen, nicht ohne die Furcht, für eine in seinen Augen völlig seltsame Anklage gerade stehen und im üblen Fall auch noch zu unrecht verurteilt werden zu müssen.

Abschlussbericht zum Pokalderby 2011

 

Des einen Freud, des andern Leid – Sieger und Verlierer eines „Platzsturms“

Mit einigem zeitlichen Abstand müssen wir uns nochmals des Themas „Platzsturm“ und der Frage annehmen, wer dabei eigentlich die Gewinner und die Verlierer sind.

Nach der peinlichen Pokalpleite gegen den Rivalen aus Fürth am 20. Dezember 2011 hielt es einige aufgebrachte Anhänger des Glubb nach Spielende nicht länger auf den Rängen und sie liefen über die Aschenbahn Richtung Gästeblock. Dort angekommen, warfen sie Schneebälle in den Block und wurden anschließend von gefühlten drei Polizeibeamten in ihre Kurve zurückgejagt. Hört sich weniger dramatisch an, als es dann allenthalben kommentiert wurde.

Während zunächst von „kriegsähnlichen Zuständen“ (FCN-Vorstand R. Woy) die Rede war, überschlugen sich die Medien in ihren Kommentaren und ließen teilweise jegliche Regularien außer Acht. Während sonst jedes sogenannte „Sexmonster“ auf einen Balken über das Gesicht vertrauen darf, scheinen „Aschenbahnläufer“ offensichtlich ein zum medialen Lynchen freigegebenes Wild zu sein, so dass ein gerade so eben Volljähriger die Titelblätter der gesamten Presse-Region zieren durfte – ungepixelt!