Abgeschlossene Fälle

Staatsanwaltschaft Bamberg schult nach RSH-Anzeige ländliche Polizei

 

In den ländlichen Regionen beschweren sich immer wieder RSH-Mitglieder über polizeiliche Datenschutzverletzungen. Während in den letzten Jahren Anzeigen wegen Geheimnisverrat von Polizeibeamten seitens der Staatsanwaltschaft immer „abgebügelt“ wurden, nahm die Staatsanwaltschaft Bamberg ihren rechtsstaatlichen Auftrag etwas genauer und nahm eine RSH-Anzeige zum Anlass, die Polizeiinspektionen im Bereich der Staatsanwaltschaft Bamberg zu informieren, dass auch Polizeibeamte sich an aktuelle Datenschutzbestimmungen zu halten haben.

Hintergrund: Ein RSH-Mitglied beschwerte sich bei der RSH, dass seine Mutter von einem Polizeibeamten über ein laufendes Strafverfahren informiert wurde, obwohl er schon das 18. Lebensjahr vollendet hat. Das Mitglied stellte daraufhin mit Hilfe des RSH-Rechtsanwaltes Ralf Peisl eine Strafanzeige wegen Verletzung von Privatgeheimnissen gemäß § 203 StPO.

Das Verfahren wurde gemäß § 153 Abs. 1 StPO eingestellt.

 

T-Shirt mit Aufdruck "FCK CPS" - keine Beleidigung

 

Nachdem die Anzeigen wegen Beleidigungen durch das Tragen von "ACAB"-Kleidungsstücken zuletzt wohl deutlich zurückgingen (obwohl die Strafbarkeit rechtlich äußerst umstritten ist, hatte die RSH in der Vergangenheit deutliche Ratschläge erteilt, die offenbar angekommen sind), sind die Beleidigungsermittler bei der Polizei offenbar auf der Suche nach neuer Arbeit. Und die fanden sie auch prompt in Form eines T-Shirts mit dem Aufdruck "FCK CPS", also angeblich dem Text "FUCK COPS" ohne die Vokale. 

85 „nicht normale Fußballfans“ rechtswidrig im Münchner Gewahrsam

 

Vor der Bundesligapartie des Glubb am 29.10.2011 in München fackelte die Polizei nicht lange. Gegen 14.15 Uhr stellte eine Verkehrsstreife der Polizei fest, dass sich eine „dunkel gekleidete und teilweise vermummte Gruppe“ in Richtung Arena bewege. Die Polizei notierte später, dass diese Personen nicht als „normale“ Fußballfans erkennbar gewesen seien. Sie hätten wie ein schwarzer Block gewirkt. Teilweise hätten Personen aus dieser Gruppe Fahnenstangen getragen, die sie schlagbereit in den Händen hielten. Fahnen für diese Stangen seien nicht vorhanden gewesen.

Auf dem Busparkplatz Süd gingen etliche Personen „forsch und provozierend“ auf die aus den Bussen aussteigenden „normalen“ Fans des FC Bayern zu, schreibt die Polizei weiter. Zu handfesten Auseinandersetzungen sei es nicht gekommen, weil die „normalen“ Fans den Provokationen ausgewichen seien.

Boulevardblatt WAZ unterschreibt Unterlassungserklärung

 

Da staunte das RSH-Mitglied Klaus Dübel (Name von der RSH geändert) nicht schlecht, als er im Internet ein Foto von sich mit der Überschrift „Nürnberger Randalierer warfen Tische und Stühle auf Polizisten“ entdeckte (Presse Link WAZ: Nürnberger Randalierer warfen Tische und Stühle auf Polizisten).

Nach Studium des Artikels stellte er fest, dass es sich bei dem Bericht der WAZ vom 13.05.2013 um das Fußball-Bundesligaspiel des Glubbs in Düsseldorf handelte.

Nun war Klaus Dübel durch das abgebildete Foto der Held im Kreise aller bundesweiten Fußball-Talibans und Randalierer, praktisch der König der Hooligans! Das Problem bei der ganzen Geschichte ist: Klaus war gar nicht in Düsseldorf, geschweige denn an den beschriebenen WAZ-Ausschreitungen beteiligt. Mit fremden Federn wollte er sich denn doch nicht schmücken und verständigte die Rot-Schwarze Hilfe.

Ein Becher flog über die Zivilbeamten: Dieses Bier war richtig teuer

 

Bei der Bundesligapartie Glubb gegen Hoffenheim am 25.01.2014 hatten sich Zivilbeamte der Polizei die Reihe eins des Oberrangs über dem Gästestehblock ausgesucht, um wichtige Polizeiarbeit zu verrichten. Und siehe da, sie hörten einen Nürnberger Anhänger, wie er seinen Kumpels versprach: „Wenn der Glubb ein Tor schießt, werf‘ ich meinen Becher.“

Prompt flog der Ball ins Netz und dann der Becher, halb mit Bier gefüllt, in den Unterrang. Er landete in einer der vorderen Reihen des Gästeblocks auf dem Kopf eines 17jährigen aus der Nähe von Sinsheim, der eine kleine Wunde davontrug. Die Beamten, die so taten, als würden sie mitjubeln, waren mit aufgesprungen und hatten den angekündigten Wurf aus Reihe zwei unmittelbar mitverfolgt. Einer der Beamten eilte in die Stadionkanzel, um den Übeltäter abfotografieren zu lassen. Der andere Beamte verfolgte den Becherwerfer, damit dieser nicht entwischen konnte.