Abgeschlossene Fälle

Polizist nimmt eigenes Opfer fest - jetzt verliert er seinen Job

 

Am Anfang stand ein HSV-Fan, der nach der Partie gegen den Glubb in Nürnberg am 21.04.2012 auf dem Max-Morlock-Platz stolperte und hinflog. Die Beamten vor Ort verdächtigen sofort einen Glubbfan. Er hätte den Gast aus dem Norden niedergestreckt. Festnahme. Anhänger des FCN, die dies beobachten, tun ihren Unmut kund. Polizeibeamte stellen sich zwischen Fans und Festgenommenen in Formation auf.

Eine allerdings nicht für Jedermann erkennbare, reichlich unklare Polizeikette – teilweise laufen Personen hindurch, andere dagegen werden zurückgeschubst und umher geschoben. Eine blonde Polizistin verbreitet erhebliche Hektik. Eine Beobachterin der Szenerie: „Es machte den Eindruck, dass die Polizistin und ein glatzköpfiger Beamter sehr aggressiv waren. Ich denke, das war der Grund, warum ich mit meinem Handy angefangen habe, diese Situation zu filmen.“

Dies beobachtet auch RSH-Vorstandsmitglied Klaus (Name geändert). Eine völlig unnötige Eskalation droht in seinen Augen. Das will er vermeiden. Klaus stellt sich mit dem Rücken zur Polizei vor die Fans. Er bedeutet ihnen - deutlich sichtbar: Geht zurück ins Stadion! Und tatsächlich, die Personen beruhigen sich, weichen zurück, entfernen sich immer weiter von den Polizeibeamten.

Über 450 Organisationen unterstützen die Kampagne „Ich bereue diese Liebe nicht“ – anders die Stadt Nürnberg

 

Für vier junge Knaben wurde ihr Engagement für die von 450 unterschiedlichsten Fanorganisationen und –clubs unterstützte Kampagne „Ich bereue diese Liebe nicht“ zu einem reichlich nervigen Hickhack mit der Stadt Nürnberg.

Direkt beim Aufhängen eines Transparents über einer viel befahrenen Straße  wurden die vier von einem Ordnungshüter gestellt. Etwas merkwürdig, war den Vieren doch vorab ausdrücklich zu verstehen gegeben worden, die Polizei habe keine Probleme mit solchen Transparenten und werde sie nicht als Ordnungswidrigkeit verfolgen, wenn sie nur ordentlich befestigt seien. So jedenfalls zitierte nun auch ein Fanbeauftragter des 1. FC Nürnberg die Szenekundigen Beamten der Polizeiinspektion Nürnberg-Süd vor dem Amtsgericht Nürnberg. 

RSH-Mitglied falsch beschuldigt - Amtsgericht Ingolstadt verurteilt Polizeibeamten zu einer Bewährungsstrafe von 16 Monaten.

 

Was war geschehen? Am 26.07.2013 fand in Ingolstadt das Fußballspiel FC Ingolstadt II – Eintracht Bamberg statt. Im Nachgang des Spieles versetzte ein Mitglied der RSH (Rot-Schwarze Hilfe) im Hauptbahnhof im Übermut einem Polizeibeamten mit der flachen Hand einen leichten Stoß in den Rücken. Der betroffene Beamte drehte sich und schlug mittels seines Schlagstockes sofort mindestens viermal auf den jungen Mann ein. Weitere Polizisten, die in unmittelbarer Nähe des Geschehens waren, griffen auch ein und brachten unser Mitglied zu Boden. Während nunmehr drei Polizisten auf dem am Boden liegenden Fan knieten, ging von dem vorher in den Rücken geschlagenen Polizisten der Schlagstock noch einmal seitlich auf den nunmehr Wehrlosen in Richtung dessen Rücken. Das RSH-Mitglied erlitt Verletzungen an Arm, Oberschenkel und Rücken.

 

Eigenes Stadionverbotsrecht der Borussia Dortmund AG

 

Das Revierderby Dortmund gegen Schalke vom 20.10.2012 beschäftigt auch die Rot-Schwarze Hilfe (RSH). Mehrere Nürnberger wurden im Vorfeld des Spieles von der Polizei eingekesselt und anschließend in Gewahrsam genommen. Es folgte am 30.11.2012 ein dreijähriges bundesweites Stadionverbot, ausgesprochen von Borussia Dortmund, sowie Anzeigen wegen Landfriedensbruch.

Nach Rücksprache mit zwei RSH-Mitgliedern, die von der freiheitsentziehenden Maßnahme betroffen waren, wurde beschlossen, gegen die Stadionverbote gerichtlich vorzugehen. Es wurde daher beim Amtsgericht Dortmund Klage gegen Borussia Dortmund eingereicht.

Erst am 14.04.2014 kam es dann beim Amtsgericht in Dortmund zu einem ersten Aufeinandertreffen BVB vs. RSH in Form einer Güteverhandlung. Der Vorschlag zur Güte des RSH-Anwaltes Ralf Peisl, das bundesweite Stadionverbot auf ein örtliches Stadionverbot zu beschränken, wurde vom extra aus München angereisten BVB-Anwalt abgelehnt. Welch ein Farce! Da reisen drei Nürnberger (ein Anwalt, zwei Betroffene) und ein Münchner Anwalt zu einer fünfminütigen Verhandlung nach Dortmund und gehen dann wieder auseinander!

Narbenkorrektur mal anders

 

Einen Strafbefehl hatte RSH-Mitglied Jimbo E. (Name von der RSH geändert) erhalten. Ihm wurde vorgeworfen, am Eingang von Block 7 einen Ordner über den Haufen gerannt zu haben, um sich Zugang zu verschaffen.

Mit seinem Anwalt war er der Auffassung, mit guten Chancen in den Prozess gehen zu können. Zum einen hat Jimbo eine Dauerkarte, zum anderen war der umgerannte Ordner neben einigen weiteren Zeugen bei vorgelegten Lichtbildern laut Akte alles andere als sicher, dass Jimbo derjenige war, der ihn zu Fall brachte. Lediglich eine einzige Zeugin behauptete dort, Jimbo zu 100% wiedererkannt zu haben. Dies sollte allerdings keine allzu große Überraschung sein, wurde Jimbo doch in der Vergangenheit schon öfter mit einem anderen Glubbfan verwechselt.