Abgeschlossene Fälle

Polizei-„Foltervorwurf“ interessiert Staatsanwaltschaft nicht

 

Eine bis dahin schwer vorstellbare Grenze wurde damals im September 2013 in Braunschweig von der eingesetzten Polizei überschritten (Ungeheuerlicher Verdacht: Glubbfan in Braunschweig von Polizei gefoltert?).

Nun müssen wir erneut wie so oft einen unbefriedigenden Schlussstrich unter einer Sache ziehen: Alle von der RSH angezeigten Verfehlungen der Polizei wurden von der Staatsanwaltschaft und später auch vom Generalstaatsanwalt Braunschweig zügig eingestellt. In der Begründung argumentierte die Staatsanwaltschaft mit Notwehr- bzw. Nothilfesituationen der Polizeibeamten, mit Gefahrenabwehr und Platzverweisen (in einer Kneipe!!), nicht bildlich erfassten Tumulten, Widerstand und aggressiven Handlungen. Das spätere Quälen/Malträtieren unseres Mitgliedes im Polizeiauto erfuhr keine Erwähnung.

Mit dem Zweiten sieht die Polizei nicht besser: ZDF als Helfer der Justiz

 

Mit gestochen scharfem Bildmaterial versorgte ein ZDF-Mann, dessen Namen die Polizei nicht in die Akte notieren wollte, die PI Nürnberg-Süd nach der Bundesligapartie des Glubb gegen Hannover am 03.05.2014. Ein Böller flog da nach Abpfiff in Richtung Tartanbahn. Ein mehrere Meter entfernt stehender Ordner blickte beiläufig in Richtung des Böllers, erkennbar ohne gefährdet oder gar erschrocken zu sein. Das hinderte die Polizeiinspektion Nürnberg-Süd freilich nicht, sogleich eine Anzeige wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung zu schreiben. Der Böller hätte bei einer anderen Fluglänge jemanden treffen können.

Die Anzeige gegen den 19jährigen Böllerwerfer wurde unverzüglich mangels Strafbarkeit durch die Staatsanwaltschaft eingestellt, die Stadt Nürnberg verhängte ein Bußgeld über 100 Euro. Ein Stadionverbot wegen „versuchter gefährlicher Körperverletzung“ war zu diesem Zeitpunkt seitens der Polizei bei dem 1. FC Nürnberg bereits angeregt worden. Da sich der Betroffene im Anhörungsverfahren verpflichtete, 500 Euro Schadensersatz wegen der Verurteilung durch die DFB-Sportgerichtsbarkeit an den Verein zu zahlen, wurde das bundesweite Stadionverbot durch den Verein verhängt, aber zur „Bewährung“ ausgesetzt.

Spektakulärer Polizeieinsatz verhindert Red-Bull-Protest in Nürnberg

 

Da kann sich die Nürnberger Polizei mal wieder so richtig auf die Schulter klopfen. Durch den vorbildlichen und risikoreichen Einsatz mehrerer Polizeistreifen konnte verhindert werden, dass zwei jugendliche Fußballfans noch ein zweites Protest-Plakat gegen Red Bull Leipzig aufhängen konnten. 

Etwas erschrocken waren die beiden RSH-Mitglieder trotzdem, denn immerhin wurde ihr Auto krimireif von vorne, von hinten und von der Seite von den Ordnungshütern mit Blaulicht zugestellt. Die mit Kabelbindern und Protestplakat bewaffneten Gesetzbrüchigen ergaben sich den Helden der Nacht dann widerstandslos. Erfreulicherweise blieben körperliche Übergriffe der Polizisten dieses Mal aus, so dass die Statistik mit Zunahme der Gewalt gegen Polizeibeamte nicht strapaziert werden musste.

Die Folge war eine Ordnungswidrigkeiten-Anzeige wegen „Zuwiderhandlung gegen Verordnung über öffentliche Anschläge“ - das bringt der örtlichen Stadtkasse immerhin je 65 Euro ein. Auf Nachfrage beim FCN-Aufsichtsratsmitglied Bob Maly wurde gleich im Vorfeld verzichtet, zeigte dieser doch schon keine Reaktion bei den „Ich bereue diese Liebe nicht“-Plakaten (siehe auch Über 450 Organisationen unterstützen die Kampagne „Ich bereue diese Liebe nicht“ – anders die Stadt Nürnberg)

Elfjähriges Dynamomädchen körperlich durchsucht und abfotografiert - Polizei entschuldigt sich vor Gericht für Verhalten seiner Beamten

 

Am 13. September vergangenen Jahres besuchte die damals gerade elf Jahre alte Claudia Claudine (Name von der Schwarz-Gelben Hilfe geändert) den überaus attraktiven Drittligakick bei der SG Sonnenhof-Großaspach. Auf der Rückreise nutzten die Eltern des Mädchens sowie etliche andere schwarz-gelbe Fans einen Linienzug über Nürnberg mit Zwischenstopp in Crailsheim. Bei eben jenem Zwischenstopp kam es dazu, dass irgendein Witzbold mit einem Vierkantschlüssel die Türmechanismen in Schwung (?) setzte. Nachvollziehbarerweise wollte der Zugführer unter dem Umstand, dass dieser Spaßvogel an Bord war, zunächst mit der Weiterfahrt warten, bis der Schlüssel abgegeben wurde. Nachdem dies offenbar nicht schnell genug geschah, wurde die Bundespolizei hinzugezogen und das Unheil nahm seinen Lauf.

In schwerlich nachzuvollziehender Art und Weise wurden die Fahrgäste zunächst einmal in potenzielle Täter (Dynamos, da Fußballfans) und in Nichttäter (alle anderen Fahrgäste) aufgeteilt. Danach wurden die potenziellen Täter nach allen Regeln der Kunst, die man bei der Suche nach einem Vierkantschlüssel anwendet, „sachbearbeitet“. Das bekam auch die kleine Claudia Claudine zu spüren: Abtasten, Datenaufnahme, Fotos. – Fotos? Warum eigentlich Fotos? Warum sollte ein kleines Mädchen, das noch nicht einmal strafmündig wäre, abfotografiert werden, wo doch die Suche eigentlich einem Vierkantschlüssel galt?

Polizist nimmt eigenes Opfer fest - jetzt verliert er seinen Job

 

Am Anfang stand ein HSV-Fan, der nach der Partie gegen den Glubb in Nürnberg am 21.04.2012 auf dem Max-Morlock-Platz stolperte und hinflog. Die Beamten vor Ort verdächtigen sofort einen Glubbfan. Er hätte den Gast aus dem Norden niedergestreckt. Festnahme. Anhänger des FCN, die dies beobachten, tun ihren Unmut kund. Polizeibeamte stellen sich zwischen Fans und Festgenommenen in Formation auf.

Eine allerdings nicht für Jedermann erkennbare, reichlich unklare Polizeikette – teilweise laufen Personen hindurch, andere dagegen werden zurückgeschubst und umher geschoben. Eine blonde Polizistin verbreitet erhebliche Hektik. Eine Beobachterin der Szenerie: „Es machte den Eindruck, dass die Polizistin und ein glatzköpfiger Beamter sehr aggressiv waren. Ich denke, das war der Grund, warum ich mit meinem Handy angefangen habe, diese Situation zu filmen.“

Dies beobachtet auch RSH-Vorstandsmitglied Klaus (Name geändert). Eine völlig unnötige Eskalation droht in seinen Augen. Das will er vermeiden. Klaus stellt sich mit dem Rücken zur Polizei vor die Fans. Er bedeutet ihnen - deutlich sichtbar: Geht zurück ins Stadion! Und tatsächlich, die Personen beruhigen sich, weichen zurück, entfernen sich immer weiter von den Polizeibeamten.