Abgeschlossene Fälle

Umlegung einer Verbandsstrafe durch RSH-Anwalt abgewehrt

 

Dass die Umlegung von Verbandsstrafen erheblichen rechtlichen Bedenken begegnet, haben wir in der Vergangenheit schon häufiger aufgezeigt und auch begründet. Höchstrichterliche Rechtsprechung zu dieser Frage gibt es nicht. Das dürfte zum einen daran liegen, dass das Kostenrisiko für beide Seiten - Vereine wie vermeintliche Störer - sehr hoch ist. Hohe Streitwerte, hervorgerufen durch die DFB-Strafen, bedeuten bei Zivilgerichten auch hohe Anwalts- und Verfahrenskosten. Daher steigt bei den Betroffenen die Bereitschaft, sich außergerichtlich zu vergleichen, um die Kosten zu minimieren.

Im folgenden Fall hat sich jedoch der Widerstand gegen die Umlegung der Strafe als erfolgreich erwiesen:

Benno S. (Name von der RSH geändert) ist im richtigen Leben hauptsächlich Anhänger eines niederklassigen Vereins, jedoch auch RSH-Mitglied. Mit Böllern wollte er am letzten Ligaspieltag seine in Rückstand liegende Mannschaft „aufwecken“. Tatsächlich drehte die Mannschaft in den letzten Minuten nach einer vom Schiedsrichter angeordneten „Böllerpause“ das Spiel und der Verein konnte sich den Ligaverbleib sichern. Nun ist das das Zünden und Werfen von Böllern bei Fußballspielen allerdings kein Kavaliersdelikt, sondern wird erstens mit einem strafrechtlichen Ermittlungsverfahren quittiert und zum anderen ist das Verhalten aber auch so unsportlich, dass der Verband den Verein mit einer Verbandsstrafe überzieht.

Nürnberger SKB macht Rücknahme einer SV-Klage nötig

 

  • Ein RSH-Mitglied erhält ein SV über 1 1/2 Jahre. Der Vorwurf: Vermummung und „Stürmung“ eines Gästeblockes.
  • Das Mitglied räumt ein, sich kurzfristig vermummt zu haben, mehr aber auch nicht. 
  • Da sich der Hauptvorwurf „Stürmung“ in den 1 1/2 Jahren irgendwie widerspiegeln muss, hätte bei seinem Wegfall eine deutliche Verkürzung des SV durch den vergebenden Verein (Spvgg Greuther Fürth) zu erfolgen.
  • Nach Aktenlage gibt es keinen Beleg für eine Beteiligung des Mitglieds an einem „Sturm“.
  • Der Verein verkürzt auf ein Anschreiben hin nicht. Die Vermummung lange auch.
  • Im Klageverfahren kommt das Thema „Stürmung“ erneut auf. Nunmehr wird plötzlich Beweis durch einen polizeilichen Zeugen angeboten, der die Beteiligung an einer Stürmung bestätigen könne.
  • Aufgrund dieser aus dem Nichts auftauchenden Behauptung und aufgrund der Tatsache, dass nicht abschätzbar ist, was der Beamte in dem Verfahren vortragen wird und ob dann nicht die Aussage des RSH-Mitglieds, nicht gestürmt zu haben, als Lüge und damit versuchter Prozessbetrug deklariert werden wird, entschließt sich dieses zur Klagerücknahme.

Polizist versuchte Richterin bei SV-Verfahren zu beeinflussen

 

Nach einem Auswärtsspiel des 1. FC Nürnberg im August 2013 erhielt ein RSH-Mitglied aufgrund eines eingeleiteten Ermittlungsverfahrens wegen einer ihm vorgeworfenen Körperverletzung ein mehrjähriges Stadionverbot der TSG Hoffenheim. Das Mitglied sollte eine Ordnerin geschubst und dabei billigend in Kauf genommen haben, dass diese hätte stürzen und sich böse verletzen können. Das Verfahren wurde aber schließlich nach § 153 StPO - also wegen geringer Schuld - eingestellt. Der aussprechende Verein weigerte sich jedoch, das Stadionverbot zu verkürzen, obwohl  die DFL-Richtlinien gemäß §7 Abs. 2 eine solche Verkürzung eigentlich verlangen.

Nachdem der Betroffene in der Sache Klage gegen den Verein TSG Hoffenheim Fußball Spielbetriebs GmbH beim Amtsgericht Nürnberg erhoben hatte, kontaktierte ein Polizeibeamter der PI Sinsheim im Februar 2015 die zuständige Zivilrichterin telefonisch. Er teilte der Richterin mit, er sei im Rahmen seiner Arbeit mit Stadionverboten befasst. Ziel des Anrufes sei - so die Richterin in ihrem schriftlich festgehaltenen Aktenvermerk - gewesen, sie gegen den Kläger zu beeinflussen und dafür zu sorgen, dass das SV durch die Richterin aufrecht erhalten bleibt. Unter anderem teilte der Beamte der Richterin auch mit, wo der Kläger sonst noch auffällig geworden sei. obwohl dies bezüglich der Einzelfallentscheidung völlig ohne Belang war.

Wer nicht passt, wird passend gemacht

 

RSH-Mitglied Rüdiger Bruck (Name geändert) staunte nicht schlecht: Eine Vorladung als Beschuldigter zog er im Januar 2014 aus dem Briefkasten. Er glaubte an eine Verwechslung, doch wusste er noch nicht, was die Polizei alles kann: Wer nicht passt, wird passend gemacht.

Ein angeblich versuchter Blocksturm nach Ende der Bundesligapartie SGE Frankfurt gegen den Glubb am 19.10.2013, Festnahme eines Nürnbergers durch einen hessischen Polizeibeamten, ein unbekannter Nürnberger Fan schlägt diesen Beamten angeblich mit der Faust ins Gesicht, der Festgenommene flieht, der schlagende Fan vermummt sich und wirft noch einen Becher in Richtung eines Beamten. 

 

Erfundene Pyrotechnik kostet 35 000 Euro

 

Wir erinnern uns an den 9. Februar 2013. Im Vorfeld der Bundesligabegegnung des 1. FC. Nürnberg bei Eintracht Frankfurt streute die Nürnberger Polizei das Gerücht, dass sich die Nürnberger Anhänger im osteuropäischen Raum mit 200 Kilogramm (!) Pyrotechnik für dieses Auswärtsspiel eingedeckt hätten. Bekanntlich erwies sich diese Behauptung als unwahr. Wir haben darüber – und die Folgen - bereits ausführlich berichtet: Nürnberger Polizeimärchen führt zur Eskalation beim Auswärtsspiel

Nach über 2 ½ Jahren können wir mitteilen, dass alle nach der Eskalation vom 09.02.2013 eingeleiteten Verfahren beendet sind. Es wurden mindestens 21 Fans angeklagt. Die Vorwürfe lauteten: Vermummung, Körperverletzung, Sachbeschädigung und Landfriedensbruch. Es wurden Geldstrafen in Höhe von 

35 130 Euro ausgesprochen, zudem drei Gefängnisstrafen von sechs bis zehn Monaten, die zur Bewährung ausgesetzt wurden. Außerdem sprach Eintracht Frankfurt zahlreiche Stadionverbote aus.