Abgeschlossene Fälle

1860 München – Überlange Buskontrolle rechtmäßig

 

Ordentlich geärgert haben sich die Insassen eines Busses, die beim Auswärtsspiel beim TSV 1860 München (Dezember 2008) derart lange von der Polizei kontrolliert worden waren, dass sie erst deutlich nach dem Anpfiff des Spiels das Stadion erreichten. Der Ärger resultierte unter anderem daraus, dass währende der Kontrolle Beamte eine Brotzeit einnahmen und mit zu wenig technischem Material gearbeitet wurde. Als Krönung wurde dem Bus nach dem Ende der Kontrolle noch nicht einmal ausdrücklich die Weiterfahrt gestattet.

Aufregung auf dem Weg zur "Wiesn": Strafe trotzdem gemildert

 

"So was gibt's bei uns in München nicht, da schlagen wir mit der vollen Härte des Gesetzes zu", wetterte der Staatsanwalt vor dem Amtsgericht München. Videoaufnahmen von der U-Bahn-Station "Studentenstadt" zeigten nach Auffassung von Staatsanwalt und Richterin, wie rivalisierende Glubb- und Bayern-Anhänger anlässlich des Bundesligaspiels vom 19.09.2009 sich in eine etwas unübersichtliche Menge auf dem Bahnsteig vereinten - allerdings einhergehend  mit Tritten und Schlägen verschiedener Personen. Das sei ein Landfriedensbruch, so die Richterin. "Das ist wahnsinnig gefährlich", kommentierte sie die anschließenden Szenen, als Personen über die U-Bahn Gleise in Richtung einer Schrebergartensiedlung flohen.

Einige Hobbygärtler riefen sogleich beim Steak-Grillen die Polizei angesichts der ungebetenen Gäste. Es wurde ermittelt und ermittelt: 16 Verdächte wurden vorläufig festgenommen. Die Münchener Kriminalpolizei präsentierte als einzigen überführten Tatbeteiligten jedoch ausgerechnet einen Glubb-Anhänger, der am Ende des Videos vor einem bulligen Bayern-Fan die Flucht ergreift. Ein fußball-unverdächtiges T-Shirt mit einem dafür umso auffälligeren rötlichen Diagnoalstreifen markierte nach Meinung der Szenekundler der Nürnberger Polizei RSH-Mitglied Hubert Boss (Name von der RSH geändert) so deutlich, dass dem T-Shirt-Mann mitgeschnittene Tritte zuzuordnen seien.

Teilerfolg vor dem Verwaltungsgericht – Meldeauflagen

 

Einern weiteren kleinen Teilerfolg in Sachen Meldeauflagen konnte die RSH für ein Mitglied vor dem Verwaltungsgericht in Ansbach erreichen. Während die Gemeinde, die die Meldeauflage gegen Bernhard Iner (Name von der RSH geändert) aussprach, diesen auch bei Auswärtsspielen zweimal auf der Polizeidienststelle antreten lassen wollte, stellte das Gericht klar, das das unverhältnismäßig ist. Bernhard musste sich also zumindest an den Auswärtsspieltagen nur zum Anpfiff melden.

Es sein am Rande noch darauf hingewiesen, dass das RSH-Mitglied bis dato in keiner Weise wegen einer Straftat verurteilt wurde. Die Meldeauflage beruhte wie auch manches Stadionverbot ausschließlich auf einem Antrag der Polizei, die nach freier Einschätzung Herren Iner als „persona non grata“ einstuft. Der RSH ist daran gelegen, dies herauszustellen, da in letzter Zeit  massiv versucht wird, unsere Organisation  in Misskredit zu bringen. Die RSH mag unbequem sein, viele unserer Fälle sind jedoch weit davon entfernt, die zigfach vorbestraften Schwerverbrecher darzustellen, die mancher gerne hätte.

Strafanzeige gegen Polizeibeamten verläuft im Sand

 

Gleich drei Mitglieder der RSH berichteten anlässlich eines Vorfalls nach dem HSV-Spiel im letzten Jahr über ein heftiges Fehlverhalten von Polizeibeamten. Alle drei seien von dem Beamten in einer jegliche Grenzen der polizeilichen Aufgaben überschreitenden Art und Weise körperlich angegangen worden. Eine der Betroffenen ist darüber hinaus ein Mädchen. Ein RSH-Mitglied erstattete unabhängig Strafanzeige gegen Unbekannt, das Mädchen und ein Herr gemeinsam über den Anwalt. Groß war die Überraschung, als sich herausstellte, dass es sich immer um denselben Beamten handelte, der die Betroffenen angegangen haben soll. Leider führte weder die Anzeige noch die Beschwerde gegen die Einstellung des Verfahrens noch die folgenden Anträge auf gerichtliche Entscheidung zu einem wünschenswerten Ergebnis.

Der Beamte habe im Rahmen seiner dienstlichen Pflichten gehandelt, ein Nachweis des Gegenteils sei jedenfalls nicht zu erbringen. Fader Beigeschmack: Ein benannter Zeuge der Vorfälle wurde gerade einmal vorgeladen. Nachdem er der Vorladung – warum auch immer – nicht nachkam, gingen die Behörden sogleich davon aus, dass er nicht als Beweismittel zur Verfügung stehe. Eine solche Ermittlungsarbeit würde sich wohl manch einer wünschen, der als Zeuge gegen einen Freund aussagen soll und nicht zur Vernehmung erscheint. In den Fällen wird er üblicherweise nicht gleich in Ruhe gelassen…

Flaschenwurf – letztes Kapitel: Der kranke Werfer

 

Auf einer Zugfahrt anlässlich eines Glubbspiels musste RSH-Mitglied S. Durstmeier (Name von der  RSH geändert) einen gehörigen Schwung Pfefferspray durch die Polizei entgegennehmen. Für ihn war das besonders hart, leidet er doch unter Asthma. Seine Reaktion hierauf stand allerdings in keinem Verhältnis: Er schleuderte wütend eine Bierflasche Richtung des Polizisten und traf ihn leicht am Arm. Nachdem er sich jedoch Mithilfe unseres Anwaltes entsprechend einsichtig zeigte und er außerdem ein unbefleckter Jugendlicher ist, beließ es die Staatsanwältin bei einer Geldauflage, die Durstmeier brav bezahlte.

Das Verfahren ist damit abgeschlossen.