Abgeschlossene Fälle

Seht ihr die Fahne fliegen?

 

Eine Fahrt kurz vor Weihnachten zum Pokalspiel Augsburg gegen Schalke wird vier jungen RSH-Mitgliedern noch einige Zeit in Erinnerung bleiben. Sie endete mit einer Festnahme der vier und einer Nacht auf der Polizeiwache. Was war geschehen? Im Zug waren die Knaben auf einen Fan des FCA gestoßen. Einer der vier nahm diesem die Fahne ab und warf sie durch den Zug. Aberakadabera: Schon hatten die vier Herren ein Ermittlungsverfahren wegen Raubes am Hals. Immerhin ein Verbrechen, mit einer Mindeststrafe von einem Jahr Freiheitsstrafe bedroht.

Nur ein Verfahren landete letztendlich vor Gericht. Während die Staatsanwaltschaft nach wie vor eine Verurteilung wegen Raubes forderte, gelang es dem Anwalt, das Gericht zu überzeugen, nur wegen einer Nötigung zu verurteilen. Was für den Betroffenen heißt, er kam noch einmal mit einem blauen Auge davon.

 

TV-Anstalt verzichtet auf die „Fratze des Chaos“

 

Einmal oben ohne und schon ein Star im Fernsehen. Was bei den meisten Frauen ganz gut funktioniert ist bei Männern eigentlich eher unüblich. Anders erging es Philip Rösli (Name von der RSH geändert). Weil er ausgerechnet beim sogenannten „Bumm-Spiel“ in Frankfurt seinen gestählten Oberkörper in die Kameras hielt, wurde er fortan zum Sinnbild des wilden, ungezähmten Fußball-Fans, sozusagen zur „Fratze des Chaos“.

Ein großer, privater TV-Konzern fand ihn offenbar so attraktiv, dass er über mehrere Sender hinweg und – noch viel bizarrer – über mehrere Vereine hinweg als Bild zur Untermalung von „schlimmen“ Fußball-Nachrichten herangezogen wurde. Eine Kennzeichnung als Archiv-Material hielten die Sender offenbar für überflüssig, auch einen Hinweis darauf, dass es sich um einen Glubbfan bei einem Spiel vor mehreren Jahren handelt, der da mit Ausschreitungen bei Spielen völlig anderer Vereine gezeigt wird.

Pyro in Bochum: Verfahren eingestellt

 

Nach dem Einsatz von Pyrotechnik beim Bundesligaspiel VfL Bochum gegen den 1. FC Nürnberg im Februar 2010 und mehreren erheblich verletzten Glubb-Fans war die Aufregung groß: Hohe Strafen wurden gefordert und ein hartes Vorgehen auch gegen die eigenen Anhänger von der FCN-Führung angekündigt. Hundertausende Euro Schadensersatzansprüche kursierten als Drohung für die Täter. Sogar der „Spiegel“ berichtete – es habe neben weiteren zwei Schwerstverletzte gegeben, so das Magazin. Die Kriminalpolizei Nürnberg gründete eine eigene Ermittlungsgruppe namens „AG Ruhr“.

Auch RSH-Mitglied Max Leuchte (Name von der RSH geändert) geriet ins Visier der Polizei: Auf einem Video sei er zu sehen, wie er mit einer brennenden Seenotrettungsfackel im Gästeblock wedelte. Es folgten Hausdurchsuchung, Beschlagnahme und schließlich eine Anklage wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung. Verletzt hatte er mit der Leuchtfackel niemand. Jedenfalls könne man das nicht nachweisen, so die Kripo.

Verfahren wegen Landfriedensbruch eingestellt

 

Ein Verfahren wegen Landfriedensbruch gegen ein Mitglied der RSH wurde gegen eine Zahlung von 2000€ eingestellt. Manni Waißbier (Name von der RSH geändert) war anlässlich des ereignisträchtigen Heimdebakels gegen den HSV – man erinnert sich mit Grausen – aus der Rolle gefallen und hatte sich in aufwiegelnder Art betätigt. Der vorbelastete Herr kam im Strafverfahren mit einem dunkelblauen Auge davon.

Klage gegen Meldeauflage – Seltsames Urteil

 

Vor dem Verwaltungsgericht Meiningen in Thüringen unterstützte die RSH ein Klageverfahren eines Mitgliedes gegen eine Meldeauflage einer Gemeinde. Diese hatte aufgrund eines Antrags der Nürnberger Polizei ohne Anhörung des Betroffenen eine Meldeauflage erlassen. Die Rechtsprechung der Vergangenheit ging sehr wohl davon aus, dass eine Anhörung erforderlich sei. Das Gericht stellte sich jedoch in diesem Verfahren auf den Standpunkt, dass die Anhörung entbehrlich gewesen wäre.

Überraschendes Randgeschehen: Der junge Herr hatte im Nachhinein ein persönliches Gespräch bei der Gemeinde gesucht. Dieses habe ihn – so der Vertreter der Gemeinde im Prozess – sehr überrascht, weil er erwartet habe, dass vor ihm ein Hüne von einem Mann erscheinen werde. Das Mitglied der RSH hat aber eher Handtaschenformat und erfüllt so gar nicht das Klischee vom reißenden Wolf, wie es den Fans ganz gerne unterstellt wird…

Weitere Meldeauflagen ergingen dann übrigens nicht mehr!