Abgeschlossene Fälle

Spucken kostet 400 Euro

 

Das Heimspiel des Glubb gegen Hoffenheim im Mai 2011 war gerade vorbei. Da tönte es im Polizeifunk: "Provokationen der Ultra-Gruppierung ,Banda die Amici'!" Das USK stand sofort bereit. Ein Beamter später: "Wir begleiteten die Gruppierung abgesetzt." Und wie es der Zufall wollte, beobachteten die Polizeibegleiter kurze Zeit später, dass eine Person dieser Gruppe auf ein Auto gehüpft sei.  Daraufhin "Stopp!" durch die Polizei für die ganze Gruppe, Aufregung, Polizeikette.

RSH-Mitglied Max Motzke (Name von der RSH geändert), der sich plötzlich in dieser Polizeikette wiederfand, fand das wiederum nicht lustig. Erst eine Woche zuvor war ein Freund von ihm durch einen Polizeieinsatz fast schwer verletzt worden. Und derjenige, der angeblich auf das Auto gehüpft sei, habe gar nicht zur Gruppe gehört. Er kritisierte gleich an Ort und Stelle die Polizeiaktion als "Provokation". Ein Beamter fühlte sich sodann durch ihn massiv beleidigt: Motzke habe zweimal nach ihm gespuckt und als "hässlichen Bullen" beschimpft.

3 Jahre später: Mammut-Verfahren beendet

 

Der Nikolaus 2008 hatte einige (nicht nur positive) Überraschungen parat für ca. 50 Glubberer. Diese waren am 06.12.2008 nach Reutlingen gereist zum Regionalligaspiel der 2. Mannschaft gegen den SSV Reutlingen. Nahezu alle wurden später von der Polizei registriert, da es zu einem Angriff der Nürnberger Fans gegen die Reutlinger „Szene E“ gekommen sein soll. Einige Reutlinger Fans seien verletzt worden, so die Polizei. Der Fan-Wagen wurde angeblich beschädigt und als die Polizei im Anmarsch war, hätten die Nürnberger Fans ein Tor aufgebrochen und seien ohne Eintrittskarte in den Block 5 des Stadions gelaufen.

Es begann ein monatelanges Ermittlungsverfahren wegen Land- und Hausfriedensbruch, Sachbeschädigung und Körperverletzung. Der SSV Reutlingen verschickte Rechnungen und zahllose Stadionverbote, obwohl der Großteil der Ermittlungsverfahren später eingestellt wurde.

Bruderhilfe ja oder nein?

 

Was ist zu tun, wenn ein enger Freund attackiert wird? Und was, wenn, der Angreifer wie aktuell ein Ordner ist oder gar ein Polizeibeamter?

In einem gerade abgeschlossenen RSH-Fall wurde der Freund unseres Mitglieds in Frankfurt am Main nach den Berichten etlicher Beobachter ohne großen Anlass überhart aus dem Gästeblock gezerrt. Darüber beschwerten sich etliche Fans lautstark, so auch Sepp Fuchsberger (Name von der RSH geändert). Plötzlich fand er sich auf dem Boden unter einem Ordnerhaufen wieder und eine Anzeige wegen eines angeblichen Faustschlages u.a. flatterte ins Haus.Das Verfahren konnte zwar durch unseren Anwalt zur Einstellung gegen eine Geldauflage von 400€ gebracht werden.

Es bleibt aber festzustellen, dass in der Regel dem Ordnungspersonal seitens der Gerichte ein großer Vertrauensvorschuss entgegengebracht wird.

Kleine Taschenlampe brenn'

 

- schreib „Ich lieb' dich“ in den Himmel! Die Schlagerfans unter den Glubberern haben diesen alten Megahit sicher noch im Ohr. Ganz anders ein junger Fan aus dem gruseligen Vorort links. Dem war so gar nicht nach „Ich lieb' dich“ zumute, als eines Nachts ein Auto vor seinem Haus vorfuhr, jemand ausstieg, seinen Verein kommentierte und schließlich mit einem Klirren eine Taschenlampe durch die Haustür geflogen kam.

Der Eigentümer des KfZ, RSH-Mitglied und Glubbfan, beteuerte zwar, dass er mit dem Vorfall nichts zu tun habe, geriet aber nachvollziehbar trotzdem in den Fokus der Ermittlungen. Weniger nachvollziehbar musste er sogar eine DNA-Probe abgeben, obwohl er von vorneherein über seinen Anwalt erklärt hatte, dass an der in seinem KfZ gelagerten Taschenlampe durchaus ihm zuzuordnende Spuren anhaften könnten.

 

Letztlich wurde das Verfahren gem. §170 Abs. 2 StPO mangels Tatverdacht eingestellt. Für den jungen Nürnberger war das Verfahren trotz allem eine irritierende Erfahrung.

Die Zaunkönige von Nürnberg

 

Sepp Sperling, Rudolf Rabe und Anton Amsel (Namen von der RSH geändert) hatten eine maßlose Wut im Bauch, als ihr geliebter FCN nach dem letzten Hinrundenheimspiel vorletzter Saison gegen Hamburg eine mehr als traurige Figur machte. Hinzu kamen kuriose Gerüchte rund um die Führung des Ruhmreichen und die Tatsache, dass sie zu einer Gruppe von Ausgesperrten gehörten, denen ein Besuch des Spiels nicht gestattet war. Nachdem sie den Endstand des Spiels erfahren hatten, gaben sie ihren Unmut durch den Zaun des Stadiongeländes kund. Dabei hielten sie und etliche andere sich am Zaun fest und brachten diesen durch Unmutsbewegungen derart in Wallung, dass er beschädigt wurde. Wer nun genau in welcher Form für den Schaden, der nicht gerade klein ausgefallen sein soll, verantwortlich ist, war nicht aufzuklären. Im Ergebnis wurde bei einem der drei die ohnehin schon vorhandene Gesamtfreiheitsstrafe erhöht, die beiden anderen wurden zu einer Geld- (1200 Euro) bzw. zu einer Arbeitsauflage von 80 Stunden verurteilt.