Abgeschlossene Fälle

Nach „Pogo“ am Bahnhof: Flasche weg, Dieb weg, Strafverfahren aber auch weg

 

Die Bundespolizei begleitete nach eigenem Bekunden nach dem Spiel des Glubb gegen Mainz am 01.10.2011 eine Gruppe von ca. 50 einheitlich gekleideten und laut grölenden Personen am Hauptbahnhof in Richtung Südausgang. Auf der Hälfte der Strecke, so der Polizeibericht, begann die Gruppe mit dem sogenannten „Pogo“. Dafür schubsten sie sich „brutalst hin und her ohne auf Reisende Rücksicht zu nehmen.“

Am Südausgang angekommen, meldete ein Bäckereistand einen Flaschendiebstahl und zeigte auf eine Person aus der vorher pogo-tanzenden Gruppe. Nun begann eine Verfolgungsjagd der Bundespolizei, während die „ganze Gruppe in Laufschritt verfiel“.

So war plötzlich nicht nur die Flasche weg, sondern auch der vermeintliche Dieb. Die Bundespolizei vermeldete dann allerdings kurzzeitig doch einen Erfolg: Dieb gefasst. Plötzlich sei jedoch, so war später in den Akten zu lesen, die ganze Gruppe auf den Beamten los, um den Gefangenen zu befreien.

Reden ist Anwaltssache - Schweigen ist Gold

 

Wieder einmal hat es sich gezeigt, dass unser Ratschlag, als Beschuldigter keine Angaben ohne Anwalt zu machen, richtig ist. Ein Glubbfan, der sich mit einem Ermittlungsverfahren konfrontiert sah, war zunächst der Auffassung, er könnte sich möglicherweise tatsächlich etwas zuschulden kommen haben lassen. Trotzdem hielt er sich an die goldene Regel und suchte einen RSH-Anwalt auf.

Der nahm erst einmal Akteneinsicht und siehe da: Der Vorwurf war ein ganz anderer, als der junge Herr zunächst gedacht hatte. Irgendeine Schnittstelle hatte dafür gesorgt, dass der Betroffene mit einem Vorwurf überzogen wurde, mit dem er ganz und gar nicht in Verbindung zu bringen war. Darauf hin erklärte der Anwalt, dass zur Sache keine Angaben gemacht werden und beantragte die Einstellung des Verfahrens nach § 170II StPO, also mangels Tatverdacht. Diese erfolgte prompt einige Tage später. Hätte der Glubberer auf eigene Faust geredet, so hätte er mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit einen Vorfall eingeräumt, wegen dem gar nicht ermittelt worden war.

Das Theater um die Aufhebung von Stadionverboten

 

Ecki Talkötter (Name von der RSH geändert) hatte von einer Auswärtsfahrt ein Ermittlungsverfahren wegen Körperverletzung mit nach Hause gebracht. Prompt erhielt er auch gleich noch ein bundesweites Stadionverbot. Doch oh wunder: Die zuständige Staatsanwaltschaft stellte das Verfahren ein, bevor der RSH-Anwalt auch nur Akteneinsicht erhalten hatte.  Mit der Einstellungsverfügung beantragte jener nunmehr beim ausstellenden Bundesligaverein die Aufhebung des Stadionverbotes.

Pech nur: Die Staatsanwaltschaft hatte in ihre Verfügung nicht aufgenommen, ob das Verfahren nach §170 II StPO (kein Tatverdacht) oder § 153 StPO (geringe Schuld) eingestellt wurde. Weil der Bundesligist die Richtlinien sehr genau nimmt ergab sich daher ein Problem. Die Richtlinien sehen eine Aufhebung auf jeden Fall für § 170 II StPO vor, nicht jedoch zwingend im Falle des § 153 StPO. Zum Glück für Ecki konnte sein Anwalt am Tag des Derbys eine vorübergehende Aussetzung des Verbotes erreichen, so dass Ecki zumindest daran teilhaben konnte (was er möglicherweise mittlerweile bereut haben könnte).

Immer schneller dreht sich die Spirale der Gewalt...

 

...-toleranz offensichtlich in Baden-Württemberg. Mittlerweile scheint eine Entwicklung erkennbar, dass einzelne Beamte aus einer Mücke keinen Elefanten sondern ein Mammut machen wollen. So geschehen beim Antritt des Glubb in Freiburg.

Anna Gramm (Name von der RSH geändert) begab sich in Begleitung ihrer Lieben in einem Bus dort hin. Wie üblich ließ sie sich auf der Anreise ein paar beschwingende Getränke schmecken und kam mit einer durchaus respektablen Alkoholisierung grob zwischen 2 und 3 Promille in einen Polizeiaufzug. Als sie die Beamten über ihren Mittelfinger schwankend zu peilen versuchte, fühlte sich einer der Beamten, dem nach Auffassung etlicher anderer Beamten aus der Kette ganz klar die Beleidigung galt, in seiner Ehre herabgewürdigt und verletzt.

SKB rettet SVler vor Lügen-Ordner

 

Hoppla! Wer hätte das gedacht? Ein SKB hat einen Glubbfan vor großem Ungemach bewahrt. Während die szenekundigen Beamten in der Regel ja dazu beitragen, szenezugehörige Straftatverdächtige zu identifizieren und zu überführen, hat es sich diesmal gezeigt, dass das Ermitteln entlastender Beweise, das die Behörden nach dem Gesetz ebenfalls vorzunehmen haben, in der Praxis tatsächlich die Rettung darstellen kann.

Was war geschehen? B. Katzer (Name von der RSH geändert) hat ein Stadionverbot. Trotzdem soll er nach den Angaben eines Ordners innerhalb des Stadionbereiches gewesen sein und dort ein Körperverletzungsdelikt begangen haben. Das jedenfalls behauptet der Ordner in seiner polizeilichen Vernehmung. Er kenne Katzer von früheren Vorfällen und dieser sei ganz klar der Täter. Allerdings: B. hielt sich die ganze Zeit unter Beobachtung eines SKB außerhalb des Stadions auf. Er hat also ein kaum zu toppendes Alibi.