Das Heimspiel des Glubb gegen Hoffenheim im Mai 2011 war gerade vorbei. Da tönte es im Polizeifunk: "Provokationen der Ultra-Gruppierung ,Banda die Amici'!" Das USK stand sofort bereit. Ein Beamter später: "Wir begleiteten die Gruppierung abgesetzt." Und wie es der Zufall wollte, beobachteten die Polizeibegleiter kurze Zeit später, dass eine Person dieser Gruppe auf ein Auto gehüpft sei.  Daraufhin "Stopp!" durch die Polizei für die ganze Gruppe, Aufregung, Polizeikette.

RSH-Mitglied Max Motzke (Name von der RSH geändert), der sich plötzlich in dieser Polizeikette wiederfand, fand das wiederum nicht lustig. Erst eine Woche zuvor war ein Freund von ihm durch einen Polizeieinsatz fast schwer verletzt worden. Und derjenige, der angeblich auf das Auto gehüpft sei, habe gar nicht zur Gruppe gehört. Er kritisierte gleich an Ort und Stelle die Polizeiaktion als "Provokation". Ein Beamter fühlte sich sodann durch ihn massiv beleidigt: Motzke habe zweimal nach ihm gespuckt und als "hässlichen Bullen" beschimpft.

Die Jugendstaatsanwältin wollte das nicht durchgehen lassen. Die Folge: Anklage zum Amtsgericht. Auch das Gericht bestand, anders als vom Verteidiger angeregt, auf einem Verhandlungstermin. Dort erklärte Max, weshalb er so aufgebracht gewesen sei. Der Beamte berichtete dem Gericht, die "Banda di Amici" sei eine Gruppe gewaltbereiter Fans - "sogenannter Fans". Der RSH-Anwalt fand derartige "Erläuterungen" durch einen USK-Beamten äußerst unangebracht und intervenierte. Der Jugendrichter zeigte sich - eine erfreuliche Seltenheit - aufgeschlossen für den Einwand des Verteidigers und fragte den RSH-Anwalt interessiert nach dessen Einschätzung.

Ergebnis: auf Anregung des Jugendrichters wurde das Verfahren eingestellt - gegen ein Geldauflage von 400 Euro für den Stadtjugendring Schwabach.

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